Letztes Wochenende in Hua Hin

28Aug2013

  Ausblick von unserem Hostel Ein beleuchtetes Boot der thailändischen Marine??? Nette Runde Man merkt, Deutschland ist Reiseweltmeister... Die Inhaber unseres Hostels hatten einen kleinen Husky, der sich bei der thailändischen Hitze nur behelfen konnte, indem er seine Schnauze in einen Eimer Eiswürfel steckt Die Straßen Hua Hins... eine der wenigen Städte, die Fußgängerzonen nach europäischem Vorbild haben Die Hornhaut fressenden Monsterfische Unser Zimmer... Traumstrand

Hangover-Feeling über den Dächern Bangkoks

20Aug2013

Das letzte Wochenende wollten wir mal ein wenig ruhiger
angehen… nach Chiang Mai, das wussten wir, war das auch allemal notwendig.                                                                                            
Am
Samstag machten wir uns gegen 12 Uhr mit einem Minivan auf nach Bangkok. Nach
einem kurzen Abstecher auf den Weekendmarket ging es dann… Trommelwirbel bitte…
zum Statetower. Euch sagt dieser Name nichts?! Schämt euch! Oben auf dem
Statetower befindet sich die berühmt berüchtigte Skybar, bekannt für die Szene
aus Hangover 2, in der Mr. Chow, der verrückte Asiate, der Hangoverfans bereits
aus dem ersten Teil in Erinnerung geblieben sein müsste, festgenommen wird.  Der Ausblick war, mal abgesehen von dem
unbeschreiblichen Gefühl, dort gestanden zu haben, wo einer der beliebtesten
Filme des letzten Jahresgedreht worden ist, einfach nur erschlagend… Erst von
dort oben konnte man die gesamten Ausmaße Bangkoks erleben. Eine einzige Wüste
aus Beton zog sich bis zum Horizont in alle Himmelsrichtungen, vereinzelt
unterbrochen von spärlich gesäten Parks und Grünanlagen. Ich konnte mich nicht
entscheiden, wie ich diesen Anblick wahrnehmen wollte. Mit Brille, um auch
wirklich alles rundherum erkennen zu können? Ohne Brille, um sich der
verschwommenen Illusion hingeben zu können, dass es sich um schillernd
strahlende Glaskonstruktionen wie in New York handelt und nicht um derart
heruntergekommene, schäbig vom Rost zerfressene Stahlkolosse, die leider
kennzeichnend für Bangkok sind… ich hob die Brille abwechselnd an und ließ sie
wieder auf meine Nase gleiten… schön, hässlich? Illusion, Realität?  Ich entschied mich für die schöne Illusion,
schließlich war ich einem Land, in dem die Redewendung „Mehr Schein als Sein“ gelebt
wird wie vielleicht nirgends sonst. Und ich muss schon sagen, leicht
verschwommen kann sich selbst Bangkok von oben herrlich betrachten lassen.                                                                                                                                             Nach
etwa zwei Stunden entschieden wir, uns wieder unter das Fußvolk zu mischen. Es war
schon ein wenig befremdlich, sich als europäischer Jugendlicher in derart
exklusiven Kreisen zu bewegen. Allein die Tatsache, dass es einen Dresscode gab
und wir uns auf dem Klo umziehen mussten, um für wenige Stunden zur Highsociety
Bangkoks dazugehören zu dürfen, führte mir das Lebensmotto des modernen Thailands
erneut vor Augen… Mehr Schein als Sein… Ich muss sagen, ich ziehe dann doch
lieber den ein oder anderen aggressiven Thai, der mich bei zu dreisten
Verhandlungen von seinem Stand wegschickt, den arschkriechenden,
oberflächlichen und arroganten Thais vor, denen ich auf dem Statetower begegnen
durfte.                                                                                                                                                       

Am Sonntag besuchten wir die kleine Stadt Lop Buri, etwa
zwei Autostunden von Ayutthaya entfernt. Lop Buri ist für seine frei
herumlaufenden Affen bekannt, die sich auf genauso freche wie charmante Art und
Weise in den Lebensalltag der Menschen integrieren. Neben alten Tempelruinen haben
sie auch gefühlte 50 Prozent aller übrigen Gebäude in Besitz genommen. Dementsprechend
wirkte auch das Stadtbild auf mich. Ich darf respektvoll verkünden, dass selbst
Ayutthaya und die heruntergekommensten Stadtteile Bangkoks noch gepflegter
wirkten als diese kleine Affenstadt. „Monkeys rule the city“!                                                       

 

Eingang des Statetowers Eingangshalle Skybar Skybar fein, fein... Bangkok, ulalala Was für eine Skyline Eine Wüste aus Beton... Ein Dinner über den Wolken?... 1400 Baht Na, das kennt man aber aus Hangover, oder? Ein wenig wie Manhattan, oder? Ohne Brille Sonnenuntergang Kleiner Affe in Lop Buri Ein bisschen fett... Fotoshooting Affen überall! Affen überall Affenarmee Affen überall       

Chiang Mai

12Aug2013

Das Wochenende in Chiang Mai, Thailands zweitgrößter Stadt,
liegt nun hinter mir. Und wenn ich mir die Tage nochmal durch den Kopf gehen
lasse, befürchte ich, dass sich meine Erinnerungen an Thailand in zehn Jahren
nur noch auf die Erlebnisse dort beschränken werden, weil es einfach das
Unglaublichste war, das ich jemals machen, sehen – erleben durfte.            

Gegen acht Uhr
fuhren wir am Donnerstagabend mit einem Reisebus los. Zehn Stunden Fahrt lagen
vor uns. Zehn Stunden kaum vorhandene Beinfreiheit, tropfende, natürlich viel
zu kalte Klimaanagen und eine selbst für thailändische Verhältnisse abstoßende
Bustoilette.                                                           
Als
wir am nächsten Morgen gegen sechs Uhr in Chiang Mai ankamen, fühlte ich mich
im Nachhinein sogar erschöpfter als nach der Nacht im Dschungel… Wir suchten
uns ein Hostel, schliefen uns erstmal gründlich aus und buchten danach die Tour
in den Dschungel, die wir für den nächsten Tag im Sinn hatten. Und an dieser
Stelle muss ich sagen: Die Erfahrungen der letzten Wochen haben gezeigt, wie
günstig Thailand ist. Für 60 Baht (1,50 Euro) von Ayutthaya nach Bangkok (Zug
sogar nur umgerechnet 50 Cent), für 400 Baht (10 Euro) von Ayutthaya nach
Chiang Mai… aber dass wir für die zwei Tage im Dschungel lediglich 1300 Baht
zahlen mussten, ließ uns komplett die Fassung verlieren. 1300 Baht, das sind
etwa 33 Euro, für einen Besuch in einem Schmetterlingsmuseum, eine Treckingtour
mit einem Guide, der uns ein Schluckglas aus Bambus geschnitzt hat,
Elefantenreiten, eine Nacht im Dschungel, am nächsten Tag Elefantenbaden,
Wildwasserrafting und eine Wanderung zu einem majestätischen Wasserfall.                                                                                
33 Euro für unvergessliche Erfahrungen.
Ich fühle mich fast schon unwohl dabei, meine Freude über diesen geringen Preis
wieder und wieder zu betonen, während jene 1300 Baht für Thais bereits eine beträchtliche
Summe darstellen, die man in so viel Sinnvolleres als Elefantenreiten und
Wildwasserrafting investieren könnte.                              

 Während meiner letzten Wochenenden hatte ich oftmals
meinen Laptop, mindestens aber mein Handy dabei, um die Blogtexte jeden Tag
schreiben zu können. Dieses Risiko wollte ich im Dschungel nicht eingehen, also
entschied ich mich, Handy und Laptop daheim zu lassen. Logische Konsequenz: Ich
müsste jetzt alle Texte im Nachhinein schreiben. Dafür habe ich jedoch nicht die
Zeit, also bombardiere ich Euch zur Abwechslung mal mit einem Hagel an Fotos.                                                                                        
Außerdem geht es mir darum, dass Ihr ansatzweise eine Vorstellung von
dem bekommt, was ich dort alles mit meinen eigenen Augen sehen durfte… da sagen
Bilder doch mehr als tausend Worte. Und da ich im Dschungel auch nicht auf hinterhältige
Tuktukfahrer oder aggressive Verkäufer stoßen musste, sondern einfach nur auf
überwältigende Landschaften und eine atemberaubende Natur, halte ich es für
umso angebrachter, Euch mit Bildern an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen!    

 

Schmetterlingsmuseum Max versteckt sich   Unser Guide im Dschungel Ein Ausblick, für den sich die anstrengende Treckingtour lohnt Verwurzelter Baum Verwurzelter Baum Meine Wenigkeit neben dem verwurzelten Baum Und noch so ein unglaublicher Ausblick Das Dorf, in dem wir unsere Dschungelnacht verbringen mussten Das Dorf, in dem wir unsere Dschungelnacht verbringen mussten Der dorfeigene Wasserbehälter vor den öffentlichen Duschen Elefantenreiten gieriger Elefantenschlund Töröööööö Die Karawane zieht weiter Elefantenreiten am Fluss Elefantenreiten Elefantenbaden Elefantenbaden  Wasserratte Wie er es genießt Wie niedlich! Elefantenbaden Unsere Unterkunft im Dschungel Gute Nacht! Wasserfall Rutschalarm!                                                                                                

                               

Monsunartige Platzregenschauer

08Aug2013

Ich
liege gerade im Bett und wollte eigentlich ausführlich über den gestrigen
Schultag schreiben, an dem Max und ich in den Genuss einer kleinen Thaimassage
kommen durften. Zwei Schülerinnen kamen während einer kurzen Pause zu uns an
und begannen ungefragt, uns zu massieren. Man konnte sofort merken, dass sie
bereits in ihrem jungen Alter wussten, wo am Rücken welcher Muskel verläuft und
mit wie viel Kraft man an welcher Stelle drücken muss, um bei uns für das höchste
Maß an Entspannung und Wohlbefinden zu sorgen. Vermutlich ist es hier in
Thailand Tradition, dass die Mütter ihren Töchtern schon früh die Kunst des
Thai-Massierens beibringen. Wie gesagt, eigentlich wollte ich darüber
schreiben. Aber nun passe ich mich mal den thailändischen Gepflogenheiten an und
mache es erstens anders und zweitens, als man es erwartet.                                                                                                                                                      Ich
schaltete gerade meinen Laptop ein, als plötzlich ein monsunartiger Platzregen
mit Gewitter und peitschenden Windböen einsetzte. Sofort warf ich meine Pläne
über Bord, denn ich fühlte mich an ein nennenswertes Ereignis erinnert, mit dem
wir uns vor einigen Tagen konfrontiert sahen.                                                                                                                                  Als wir uns am Abend gemeinsam an
den Essenstisch setzten, schien alles vollkommen normal. Die Hunde tobten
zwischen unseren Beinen, wir hatten massenhaft Gemüse, Fleisch und zu meinem
Bedauern natürlich auch Reis vor uns und die Stimmung war blendend. Nach einiger Zeit
jedoch verdunkelte sich der Himmel und die Sonne, die unsere teils vorhandenen
Sonnenbrände bis dahin so erbarmungslos gekitzelt hatte, schien innerhalb eines
Wimpernschlags verschwunden zu sein. Es fing an zu regnen. Wobei dieser
Ausdruck maßlos untertrieben ist. Der Himmel ist sprichwörtlich aufgebrochen,
um Ozeane über unseren Köpfen in wasserfallartigen Strömen gnadenlos
niederfallen zu lassen. Es war wirklich, und das meine ich ernst, daher lasse
ich in diesem Text Ironie und Witz einmal weg, erschreckend und einschüchternd.
Inmitten von Ayutthaya fühlten wir uns den Naturgewalten schutzlos
ausgeliefert. Und es hörte nicht mehr auf. Plötzlich, als stehe die Apokalypse
bevor, fiel der Strom aus. Mittlerweile war es dunkel geworden, sodass uns nun eine
bedrückende Schwärze umgab. In einer Umgebung, in der man sich nicht mehr auf
seine Augen verlassen konnte, kam uns der gewaltige Niederschlag noch umso
ohrenbetäubender vor.                                                                        
Nach einiger Zeit merkten wir, dass ein
Teil der eigentlich überdachten Fläche knöcheltief unter Wasser stand. Wir suchten
Schutz im Haus. Als wir dann gemeinsam auf dem Boden saßen, mit Kerzen, die uns
wenigstens ein klein wenig Licht spendeten, wirkte das Unwetter draußen
plötzlich nicht mehr so einschüchternd. Es machte sich eine gemütliche Stimmung
breit. Von diesen Momenten werde ich noch in Jahren erzählen, wenn ich die
Besuche in all den Tempeln schon längst vergessen habe und mich auch schon gar nicht
mehr an irgendwelche Bootstouren oder Stadtbesichtigungen erinnern kann.                                                                                                                                                 Als nach etwa zehn Minuten das Licht
wieder anging, fühlte ich zunächst einen sanften Hauch von Ernüchterung. Natürlich war ich auch
erleichtert, schließlich wäre ich vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten
gewesen, wenn sich der Strom noch mehr, vielleicht sogar noch Tage Zeit
gelassen hätte, aber dennoch war es eine Erfahrung, die Gemeinschaftsgefühle
weckt und einen mit Menschen zusammenschweißt, die man vorher nicht
kannte.                                                                    
Im
weiteren Verlauf des Abends verließ uns der Strom immer mal wieder für wenige
Minuten, kehrte jedoch jedes Mal auf Neue zurück. Die Kerzen wurden nicht mehr
gebraucht.                                                

Nachgeschobene Bilder aus Bangkok

06Aug2013

Thaiboxen Thaiboxstadion lustiges Tanzritual vor dem Kampf  Grinsebacken Kamerateam beim Thaiboxen

Thaiboxen in Bangkok

05Aug2013

Das
letzte Wochenende… ein Wochenende der Langeweile. Ein ziemlich dummer Anfang
für einen Text, der gelesen werden will, nicht? „Langweilig“ aber auch nur im
Vergleich zu den Wochenenden zuvor. Zwei Tage in Bangkok, Bummeln auf dem Weekendmarket,
Besuch der so ziemlich größten Shoppingmall des ganzen Universums, zumindest
soweit ich das beurteilen kann und natürlich… Thaiboxen. Okay, immernoch über dem
Unterhaltungsniveau, das ich jetzt in Deutschland bekommen könnte, zugegebenermaßen
jedoch ein klein wenig trocken und fade, wenn man es mal mit Koh Samed, Koh
Chang oder Kanchanaburi vergleicht.                                                                               
Unser
Wochenende fing damit an, dass wir am Bahnhof in Ayutthaya erstmal Stunden auf
den Zug nach Bangkok warten mussten. Und ich meine wirklich Stunden. Ich
glaube, ich werde einen Lachanfall bekommen, wenn sich nochmal Irgendwer in
Deutschland über die Deutsche Bahn aufregt. Im Vergleich zu Thailand sind die
Verspätungen in Deutschland, mit denen die „armen“ Pendler (achtet auf die
Anführungszeichen, die meine Ironie betonen sollen) wirklich nicht mal
nennenswert.                                  
Nach zweitausend genervten Blicken auf meine grüne Icewatch, die heute
ein Mädchen in der Schule durch einen Tausch mit ihrer vollkommen „ungefälschten“
 Armbanduhr erwerben wollte “ (ich darf
ein weiteres Mal auf die Anführungszeichen verweisen), kam der Zug, welch ein
Wunder, an. Wir fuhren also wirklich noch nach Bangkok. In Bangkok angekommen,
trafen wir Yifan und Ling, die beiden Chinesinnen, um dort den letzten Abend
mit ihnen zu verbringen, bevor sie wieder nach China fliegen. Nach einem
Zwischenstopp bei der hier in Thailand dominierenden Fastfoodkette KfC machten
wir uns auf in den Großstadtdschungel. Auf, ein Hostel zu finden.                                                                         
An der berühmten Khao San Road angekommen,
mussten wir feststellen: Kein Hostel hatte ausreichend freie Betten zur
Verfügung. Wir mussten also den Schritt wagen und uns in Bangkok aufteilen.
Treuen Lesern meines Blogs wird sich jetzt sicherlich das Erlebnis an meinem
ersten Bangkokwochenende in Erinnerung drängen… Ich kann nur so viel sagen: Wir
haben uns wenigstens dieses Wochenende wiederfinden können. Ich schlief mit
Yifan, Ling und dem Amerikaner Connor in einem Triple Room. Triple? Drei? Ja wir
stehen auf Kuscheln! Schwuppdiwupp waren die Betten zusammengeschoben. Man muss
halt erfinderisch sein, wenn man sich in einer der gefährlichsten Städte der
Welt befindet und Gefahr läuft, nachts draußen schlafen zu müssen. Am
Abend besuchten wir dann eine Bar, verloren Connor im Gewühl, rannten panisch
durch die Menschenmengen, bis wir ihn wiederfanden, lachten, hatten Spaß und
genossen die letzten Stunden mit Yifan und Ling.                                                                                    
Am
nächsten Morgen (Mittag) verließen wir das Hostel und machten uns auf zum
Weekendmarket. Das Besondere an diesem Markt ist seine einschüchternde Größe,
sein buntes Angebot an unterschiedlichen Waren, von billig bis superbillig, und
seine unglaubliche kulinarische Expedition durch die thailändische Küche. Wir
verbrachten Stunden damit, an Ständen zu stöbern, hier zu feilschen, dort zu
verhandeln. Ich kann jetzt sogar glücklich verkünden: Ich bin nicht auf einen dieser
unfreundlichen Thais gestoßen, mit denen ich etwa auf der Khao San Road zu tun
hatte!                                                                                                                                          Und gegen Nachmittag kam dann
das Highlight der Woche! Thaiboxen! Wir machten uns auf zum Stadion, in dem
dieses Spektakel stattfinden sollte. Und Ihr könnt mir glauben, es war wirklich
ein Spektakel. Die Kämpfe zu sehen, war schon beeindruckend, aber zu
beobachten, wie die Menschen um einen herum mitfiebern, anfeuern und jubeln,
war noch wesentlich interessanter! Die Thais, die neben mir standen, steckten
sich immer abwechselnd Geld zu, nachdem einer der mitunter vierzehnjährigen Boxer
zu Boden geschlagen worden ist. Und sogar das Fernsehen war dabei. Ich vermute
Mal, der Stellenwert des Thaiboxens für die Thais entspricht in etwa jenem der
Bundesliga für die Deutschen!                                                                                                                                                                         
Nach mehreren
Kämpfen verließen wir dann, teils beeindruckt von der Stimmung, teils geschockt
über die Brutalität dieses Sports, das Stadion.                                                                                                                          
Da sich der Tag langsam dem Ende neigte,
war es nun an der Zeit, uns von Yifan und Ling zu verabschieden. Unser Plan für
ein Treffen in einigen Wochen: Oktoberfest! Da die Chinesinnen in Frankreich
studieren, ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass wir dieses Vorhaben in die
Tat umsetzten können.                                                                                                                                                                            
Unsere Wege trennten sich also. Sie fuhren
zum Flughafen und wir zum Bahnhof, von dem aus wir einen Zug zurück nach Ayutthaya
nahmen. Pünktlich!                                    

Der Abschied von Freunden

02Aug2013

Mittwoch war ein ganz besonderer Tag. Es war der Tag des
Abschieds. Tina, Alina, Larissa, all Diejenigen, die vor vier Wochen gemeinsam mit mir
in das Volunteer-House eingezogen sind, durfte ich nun beim Verlassen beobachten…
erst die Einen, dann die Anderen. Und auch für Hoang war es wieder an der Zeit,
zurück nach Deutschland zu fliegen. Und dabei habe ich gerade mal Halbzeit!
Oder schon Halbzeit? Manchmal kommt mir der Gedanke ganz bedrückend vor, noch
vier Wochen hier zu bleiben. Dann aber gibt es auch Momente, in denen ich mich
unglaublich auf die nächste Zeit freue und es kaum erwarten kann, Thailand
weiterhin unsicher machen zu dürfen.                                                                                              
Der Abschied gestern, das muss ich sagen, war wirklich schwer. Max und
ich sind sogar extra früher von der Schule gekommen, um unseren VIP-Status
gegenüber Hoang zu betonen und ihm in allerletzter Minute „Auf
Wiedersehen!“ sagen zu können. Er ging und wir waren allein. Eine Stunde,
dann kam der Rest und es war wieder Leben im Volunteer-House, das in den letzten Tagen einen beeindruckenden Zuwachs an neu angekommenen Freiwilligen miterleben musste. Fast schon dreist, wie schnell man hier
ersetzt wird!                                                               

Am Abend besuchten Robert und ich ein Fitnessstudio. Wir
rechneten mit unklimatisierten Räumlichkeiten und Geräten, die noch aus den
Achtzigern kommen, wenn überhaupt. Die Realität überraschte uns. Klimaanlangen
waren genauso vorhanden wie wirklich moderne Geräte. Zugegebenermaßen muss man
sagen, dass die Hygiene ein wenig zu wünschen übrig gelassen hat, aber man darf
ja auch nicht vergessen, in welchem Land wir uns  befinden. Bezüglich des Trainings kann ich
nur sagen: Robert, ich hasse Dich! Er hat mich derart angetrieben, dass ich
jetzt, zwei Tage später, noch immer das Gefühl habe, meine Muskeln zerreißen
bei der kleinsten Bewegung! Mal gucken, wann ich wieder aufrecht gehen kann.                                                                                                 

Der Donnerstag begann mit einer überraschenden Einsicht. Der
morgendliche Blick in den Spiegel verriet mir: „Boa, Marvin, du musst zum
Friseur!“ Gesagt, getan. Nachdem ich einen wirklich kräftezehrenden Schultag
mit unkonzentrierten Kindern hinter mich gebracht hatte, wagte ich den Schritt
zu einem thailändischen Friseur. Zu einem Friseur, der kein Wort Englisch
versteht, jedoch dennoch die Macht hat, mit meinen Haaren anzustellen, was
immer er will. Ich saß im Friseursalon, begleitet von Smu, die mir beratend zur
Seite stand (danke Smu!) und spielte mit dem Gedanken, sofort wieder zu gehen.
Ich hatte nicht vor, mir einen dermaßen hässlichen Schnitt zu holen, dass eine
Glatze im Vergleich dazu noch die bessere Alternative wäre. Ich war hin- und
hergerissen. Und wagte es trotzdem!
Gefühlte Stunden später (Es dauerte wirklich Stunden. Der Friseur hat sich gemäß der
thailändischen Kultur in aller Gelassenheit vorgenommen, jedes Haar einzeln zu
frisieren) war ich fertig, blickte in den Spiegel und atmete erleichtert aus,
da ich feststellen durfte… ich musste mir keine Glatze rasieren! Juhuuu, keine
Sonnencreme auf den Kopf schmieren!!! Die Frisur war akzeptiert. Ich
verschwende den Speicherplatz, den mir Auslandsblog.de für Bilder zur Verfügung
stellt, an dieser Stelle jedoch nicht für ein Foto meiner Selbst!

 

Nach diesen beiden Tagen habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich hier für eine Zeit lang lebe und nicht nur Urlaub mache. Ins Fitnessstudio gehen, einen Friseur besuchen... alles Dinge, die man nicht tut, wenn man nur mal eben eine kurze Zeit weg ist.



 



 

Bilder unseres Bangkok-Kanchanaburi-Wochenendes

29Juli2013

Kao San Road Kao San Road bei Nacht Der Garten unsere Hostels in Kanchanaburi Der Garten unseres Hostel grenzte an einen Fluss Garten unseres Hostels in Kanchanaburi Unser Zimmer in Kanchanaburi Fluss traditioneller Markt in Kanchanaburi Erawan-Nationalpark Erawan-Nationalpark Erawan-Nationalpark Erawan-Nationalpark Erawan-Nationalpark Erawan-Nationalpark

Bangkok und Kanchanaburi

29Juli2013

Unser Bangkok-Kanchanaburi-Wochenende: Tag 1

Mit ihrer Freundlichkeit beeindrucken die Thais Touristen
aus allen Ländern der Welt. Es heißt immer: „Boa, die Thais, so ein
freundliches Völkchen! So zuvorkommend, nett und hilfsbereit!“ Dass es viele
Thais gibt, die uns Ausländern so gegenübertreten, kann ich nur bestätigen.
Aufmerksame Leser meines Blog erinnern sich sicherlich an unsere Erlebnisse in
Bangkok am ersten Wochenende meines Thailandaufenthaltes und daran, wie uns
durch eine freundliche Dame aufopferungsvoll der Allerwerteste gerettet worden
ist. Auf derartige Hilfsbereitschaft bin ich in keinem anderen Land gestoßen,
das ich bisher bereist habe. Jedoch gibt es auch in diesem Land schwarze Schafe,
die sich gegen die gastfreundliche Tradition ihres Landes stellen und ihr
Bestes geben, um die mühselig aufgebaute Fassade ihrer Landsleute zum Bröckeln
zu bringen. Auf Einige dieser Exemplare durfte ich in Bangkok selbst
treffen.                                                                                                                                                                Aber
der Reihe nach: Wir kamen Freitag gegen 15 Uhr in Bangkok an und suchten uns
nach einem ausgedehnten Nachmittagsmenü bei McDonalds ein geeignetes Hostel.
Ich sage Euch, es war eine Wohltat. Kein Fisch mit ganzer Schwanzflosse und
Augen, kein Entenblut und vor allem eines nicht: Reis! Ich wollte diesem Zeug
schon seit dem Ende der ersten Woche entkommen und begann, in den letzten Tagen
daran zu zweifeln, einmal ein Gericht ohne Reis essen zu können. Es gibt sogar
Reisburger in einigen Restaurants, bei denen das Brötchen einfach mal durch
zusammengepressten Reis ersetzt wird. Hallo? Ich meine, Armut, Dreck und
Gestank… nachdem man sich daran gewöhnt hat, kommt man damit klar, aber
Reisburger waren für mich der Innbegriff des Kulturschocks! Man verstümmelt ein
international bekanntes Gericht nicht derart… nein, das macht man nicht! Ich
war den Tränen nah. Aber McDonalds hat mir wieder Mut gemacht! Wenigstens hier
glaubt man noch an unsere westlichen Werte! ;)                                                                                                                                                                    
Nachdem wir also gesättigt waren wie schon seit Tagen nicht mehr und
unsere Taschen sicher in einer schönen Unterkunft verstaut waren, gingen wir
die Kao San Road entlang und wollten Souvenirs kaufen. Das Besondere an dieser
Straße ist das Flair einer Fußgängerzone. Für uns Europäer etwas ganz Alltägliches,
für asiatische Städte nicht. Marktplätze mit Cafes, Bummelstraßen mit kleinen
Läden… all das gibt es hier für gewöhnlich nicht. Stattdessen: breite Straßen,
vierspurig mindestens! Grund genug, uns dorthin zu begeben. Ich schlenderte
also begeistert zwischen all den anderen Touristen entlang und entdeckte
plötzlich ein T-Shirt, das mir echt gut gefiel. Ich eilte zu dem Stand und
fragte nach dem Preis. In alter Gewohnheit hatte ich vor, zu verhandeln. Die
Antwort kam schnell: „280 Baht!“ Das sind ungefähr sieben Euro. Ihr denkt jetzt
vielleicht, das sei nicht viel. Ist es auch nicht, aber für thailändische
Verhältnisse ist das der Hammer, gerade bei dieser nahezu erbärmlichen
Qualität. Sichtlich überrascht entgegnete ich: „100 Baht!“ Und da geschah es,
da lernte ich die andere Sorte Thais kennen. Das Gesicht des Verkäufers verzog
sich zu einer derart entsetzten, vor Wut schäumenden Grimasse, dass ich instinktiv
einen Schritt zurücktrat. Was war denn mit dem los? Ich habe doch nicht ihn und
seine ganze Familie beleidigt, sondern lediglich einen zugegebenermaßen ein
klein wenig übertrieben tiefen Preisvorschlag gemacht. Ich trat noch einen
Schritt zurück. Er glühte! Er sah wirklich bedrohlich aus! Zwischen seinen
Zähnen brachte er ein „Go away!“ heraus, was für mich schon Anlass genug war,
ihm flott meinen Rücken zuzukehren und seinen kleinen Stand so schnell wie
möglich hinter mich zu bringen. Genug Distanz zwischen uns gebracht, atmete ich
aus und begann dann fast schon, ein bisschen darüber zu lachen. Und wenn ich im
Nachhinein darüber nachdenke, dann war das Shirt eigentlich doch nicht so
schön.                                                                                                                             
Nach einer Stunde kamen wir ein weiteres Mal an diesem Stand vorbei.
Meine neue Bekanntschaft hatte sich scheinbar wieder beruhigt. Weil Hoang noch
ein T-Shirt haben wollte, näherten wir uns den Regalen erneut. Und tatsächlich!
Diese Bestie erkannte mich. Unsere Blicke trafen sich und schon war ich wieder
auf der Straße, ehe ich noch hörte, wie ich freundlich darauf hingewiesen
wurde, doch bitte nicht nochmal dort zu erscheinen. Die nächste Stunde war ich
wirklich verwirrt. Ich dachte schon daran, das Wort „Baht“ falsch ausgesprochen
und damit vielleicht unabsichtlich eine der schlimmsten Schimpfwörter
Thailands von mir gegeben zu haben, zerbrach mir jedoch nicht weiter den
Kopf darüber, da ich ein wenig später von einigen Anderen hörte, dass sie
ähnliche Erfahrungen mit Verkäufern gemacht haben.                                                                                                                                  
Ich muss aber nochmal hervorheben, dass diese Sorte Thais, nämlich die
Sorte „Bestie“, nicht sonderlich weit verbreitet ist. In der Regel trifft man
hier in Thailand wirklich auf Menschen, die genauso freundlich, aufopfernd,
zuvorkommend und hilfsbereit sind, wie es in den meisten Reiseführern
beschrieben wird. 


Den Abend verbrachten wir dann zuerst in einer Bar mit
wirklich guter Musik, tranken Cocktails und lieferten uns eine Eisschlacht, bei
der wir uns an Getränkeständen mit der notwendigen Munition versorgen durften!
Eine ungewöhnliche und dennoch sehr amüsante Beschäftigung für einen warmen
Bangkokabend. Gegen zwei Uhr fuhren wir dann in einen Club, der sich „Spicy“
nannte. Und an dieser Stelle fühle ich mich dazu verpflichtet, vor allem
gegenüber all Denjenigen, die auch irgendwann mal nach Thailand fahren wollen,
zu erklären, wie man einen Ladyboy erkennt. Das ist nämlich gar nicht so
schwer. Will man einen richtigen Ladyboy erkennen (ich meine wirklich einen
richtigen und nicht sowas Halbherziges wie auf dem Schiff nach Koh Chang, wovon
ich geschrieben habe), muss man sich lediglich eine einzige Frage stellen:
Welche Person sieht in diesem Raum am femininsten aus? Ladyboys sehen nämlich
weiblicher aus als alle Frauen, tanzen wesentlich aufreizender und können nicht
davon ablassen, Männer beim Vorbeigehen irgendwo zu berühren! 

Der
erste Tag unseres Bangkok-Kanchanaburi-Wochenendes war also sehr lehrreich und
aufklärend, sehr spannend und erkenntnisreich und wirklich extrem lustig!

 

 Unser Bangkok-Kanchanaburi-Wochenende: Tag 2

Am nächsten Morgen ging es los nach Kanchanaburi. Nach einem
provisorischen Frühstück, das ungefähr so viele Nährstoffe enthielt, wie das
Essen bei McDonalds gestern, jedoch ganz sicher reisfrei war, suchten wir uns
ein Tuktuk, um zum „Victory Monument“ zu gelangen, von dem wir unseren Ausflug
starten wollten. „Wir“ bedeutete in diesem Fall ausnahmsweise mal ohne Max und
Hoang… sie zogen einen original Thai-Boxkampf vor. Als wir ein endlich ein Tuktuk
gefunden hatten, machten wir uns schon wieder auf harte Verhandlungsrunden
gefasst. Was dann jedoch kam, überraschte uns. Fünf Baht pro Kopf, das waren
pro Tuktuk 20 Baht. Das konnte nicht sein! „Boa ist der nett! Ein Tuktukfahrer,
der dumme Touristen nicht verarschen will!“ Ich gewann den Glauben an die
Freundlichkeit der Thais zurück! Da machte es mich auch nicht stutzig, dass er
in seinem unverständlichen Englisch ständig von einer „Factory“ und von einem
„Shop“ redete. Wir fuhren los und dachten schon an unser Ziel: Kanchanaburi und
der in der Nähe liegende „Erawan-Nationalpark“ mit Wasserfällen. Nach einiger
Zeit jedoch wurde unser Tuktuk langsamer. Wir fuhren in einen Hinterhof und
hielten an. Der Fahrer verlangte von uns, auszusteigen. Wir sahen uns verwirrt
um. Das war nicht das „Vitcory Monument!“ Alles, aber nicht das! Es fielen
wieder Wörter wie „Factory“ und „Shop“. Wir ahnten Schlimmes. Als dann
plötzlich ein Wort an unsere Ohren drang, das sich anhörte wie „buy“, wussten
wir es. Wir wussten, wo wir waren und kannten den Grund für den niedrigen
Preis. Wir waren tatsächlich in eine Art Verkaufsfahrt hineingeraten. Kaum zu
glauben, dass dieser unhöfliche Verkaufstrick sogar bis nach Bangkok
vorgedrungen ist. Wir fühlten uns dezent verarscht. Wir wollten nichts kaufen.
Alles, was wir im Sinn hatten, war, so schnell wie möglich einen Minivan zu
finden, der uns nach Kanchanaburi fahren kann. Wir waren verzweifelt. Unsere
Stimmung schlug jedoch in Positive um, als wir erfuhren, was wir kaufen sollten.
Es handelte sich nämlich um „originale“ Armani-Anzüge. Das Ganze kam uns so
grotesk und lächerlich vor. Wir wurden als Touristen, mit nichts bei uns außer
unseren Rucksäcken, in Bangkok von einem thailändischen Tuktukfahrer zum
vermeintlichen Spottpreis von fünf Baht pro Person aufgesammelt und in einen
alten, dreckigen Hinterhof gebracht, um in einem Laden „originale“
Armani-Anzüge zu kaufen. Das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen
lassen. Normalerweise träume ich mir nicht mal so einen unsinnigen Schwachsinn
zusammen.                                                                                                                                      
Wir weigerten uns also, einen Fuß in diesen Laden zu setzen. Wild
gestikulierend versuchten wir, unserem Tuktukfahrer deutlich zu machen, dass
wir kein Interesse an ganz und gar nicht gefälschten Anzügen hatten. Wie sich
danach jedoch herausstellte, hatte er dann auch nur noch genauso wenig
Interesse daran, uns die restliche Strecke bis zum „Victory Monument“ zu fahren.
Er schäumte vor Wut, stieg in sein Tuktuk und fuhr ohne uns weg. Was für ein
Erlebnis. Noch einer dieser unfreundlichen Thais.                                                                                                       
Nach
einiger Zeit schafften wir es, uns zwei Taxis zu besorgen, die uns zu unserem
vorläufigen Ziel brachten. Wir fanden einen günstigen Minivan und kamen am
späten Nachmittag in Kanchanaburi an. Da wir im Sinn hatten, dort eine Nacht zu
bleiben, suchten wir uns ein geeignetes Hostel… und fanden eines. Es war
unglaublich schön. Die Zimmer waren für thailändische Verhältnisse toll und es
gab eine beeindruckende Gartenanlage mit friedvoller Lage am Fluss. Allein das
hätte uns schon gereicht. Zu allem Überfluss gab es auch noch europäisches
Essen. Pizza, Pasta, Schnitzel, Pfannkuchen. Ich bestellte die Karte von oben
bis unten und ließ es mir so richtig gut gehen. Ich darf nochmal erwähnen, dass
ich keinen Reis essen musste. Für mich war das Wochenende schon jetzt ein
Erfolg.                                                                                                       
Gesättigt besuchten wir am Abend noch einen Markt und eine beleuchtete
Brücke aus dem zweiten Weltkrieg. Während sich Einige danach eine Thai-Massage gönnten, machte ich mich mit
einigen Anderen über ein Eis her und fand somit den perfekten, individuellen
Abschluss des zweiten Tages.

Und dann ging es schlafen, um genug Kraft für
unser eigentliches Ziel zu haben: Die Wanderung zu den Wasserfällen im
Nationalpark am nächsten Tag!

 


Unser Bangkok-Kanchanaburi- Wochenende: Tag 3

Der dritte Tag war das absolute Highlight unseres
Wochenendausflugs. Wir besuchten den „Erawan-Nationalpark“. Blaue Wasserfälle,
kaltes Wasser und grüner Dschungel. Im „Erawan-Nationalpark“ gibt es sieben
Wasserfälle, einer spektakulärer und schöner als der andere. Zu unserem Unglück
jedoch fing es nach dem zweiten Wasserfall an zu regnen. Wir kamen gerade aus
dem Wasser, trockneten uns ab, zogen unsere Klamotten wieder an und schon ergossen
sich die Wolken über uns. Nach wenigen Minuten waren wir komplett nass, mit all
unseren Kleidern. Es war ein widerliches Gefühl. Und die nächsten Stunden hörte
der Regen auch nicht mehr auf. Trotzdem war es eine unvergessliche Erfahrung.
Der Weg wurde von Wasserfall zu Wasserfall unbefestigter. Irgendwann waren wir
eher am Klettern als am Laufen. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, die
Wasserfälle mal mit eigenen Augen zu sehen!

 

Ein unorganisierter Schultag und ganz viel rohes Fleisch

26Juli2013

Gestern verbrachte ich zur Abwechslung mal wieder einen Tag
in Ayutthaya. Bei dem ganzen Reisen durch Thailand war es fast schon ungewohnt,
in der Schule zu stehen und Englisch zu unterrichten. Aber aus diesem Grund bin
ich doch eigentlich nach Thailand gekommen? Schon komisch, wie das Eigentliche
neben all der Aufregung, all den beeindruckenden Erlebnissen, Bildern und
Erfahrungen verblasst. Ich hätte mir vor meinem Reiseantritt niemals
vorgestellt, so viel von diesem Land zu sehen! Und dabei bin ich erst drei
Wochen und ein paar Tage hier. Was wir noch alles geplant haben! Ich denke, es
ist nicht übertrieben, diese Zeit die aufregendste meines Lebens zu nennen.                                                        
Da wir an den Wochenenden durchs Land ziehen und Thailand auf eigene
Faust erkunden, verbringe ich die Wochentage von Montag bis Donnerstag damit,
meine Akkus wieder aufzuladen. Neue Energie tanken, um die eindrucksvollen
Wochenenden miterleben und verarbeiten zu können!                                                  
Der gestrige Tag war, zumindest was die Schule angeht, keine
Entspannung. Geplant war die erste Doppelstunde. Natürlich machten wir uns
vorher Gedanken, womit wir die Zeit füllen könnten. Eine thailändische
Doppelstunde bedeutet nämlich nicht 90 humane Minuten wie in Deutschland,
sondern 120 Minuten dauerhaftes Unterrichten. Die Thais nehmen den Begriff „UnterrichtsSTUNDE“
ziemlich wörtlich! Das muss man sich mal überlegen! Selbst für die älteren
Schüler, die mitunter die Aufmerksamkeitsspanne einer Fliege haben, sind 120
Minuten eine echte Herausforderung. Für die Kleinen ist es ein Ding der
Unmöglichkeit.                                                                                                                       
Als wir dann die erste Stunde hinter uns gebracht hatten, kam unsere
betreuende Lehrerin herein und sagte, sie plane, uns für die zweite Stunde in
eine andere Klasse zu stecken. Wir packten also unsere Sachen zusammen, hörten
uns noch das zeremoniell auswendiggelernte, aber wirklich herzliche „Thank you,
teacher!“ der Schüler an und verließen den Klassenraum. Wir sollten nun eine
Klasse bekommen, die wir noch nie hatten. Das war nicht das Unangenehme, man
konnte sich ja kennenlernen. Vielmehr war es die Tatsache, dass wir keine
Ahnung hatten, was wir mit ihnen machen sollten. Geplant war ja eigentlich, die
andere Klasse zu unterrichten, die man aufgrund ihres Alters mit einfachen
Themen wie „Family“ beschäftigen konnte. Für diese Klasse kam das aber nicht
infrage, weil sie dafür zu alt waren. Genauso wenig war es aber möglich, ihnen
die Themen aufzudrängen, die wir mit den Älteren behandeln. Dafür waren sie zu
jung. Ein Mittelweg musste her. Dieser hieß dann „The different month oft the
year“. January, February… und das Ganze immer und immer wieder wiederholen.
Aber immerhin darf ich nun stolz verkünden: „Sie können die Monate jetzt!“                                                                                                                                     

Nach unserem Schultag setzten wir, das waren Hoang, Yifan,
Ling, Smu, Max, Bianca und ich, uns hin und planten, ein gemeinsames
Erinnerungsstück an die letzten Wochen zu erstellen, da die beiden Chinesinnen
und Hoang nächste Woche zurückfliegen. Wir erstellten eine Collage aus
verschiedenen Bildern und gaben diese dann in einem Photoshop zum Drucken in
Auftrag. Während die Collagen gedruckt wurden, besuchten wir einen kleinen
Markt in Ayutthaya. Und was sich meinen Augen dort bot, wäre der Albtraum für
das deutsche Gesundheitsamt. Fleischberge! Massen an rohem Fleisch zu allen Seiten
der Gänge, allenfalls mit ein bisschen Eis gekühlt. Ein stechender Geruch lag
in der Luft, der mich noch lange Zeit danach verfolgte. Und Fisch! Meiner
Meinung nach riecht selbst frischer und gekühlter Fisch nicht gerade lecker.
Dieser Fisch, der mit dem Begriff „Frische“ wohl nicht mehr in Verbindung
gebracht werden kann und von richtiger Kühlung wahrscheinlich auch noch nie
etwas gehört hat, roch noch um Welten schlimmer. Und als ob das noch nicht
genug wäre, summten Fliegen vergnüglich umher und setzten sich mal hier, mal da
auf die Massen an Fleisch und Fisch! Es gab Stellen, an denen man nur noch
Fliegen erkennen konnte, die das darunterliegende Rot des Fleisches komplett
verdeckten. Das war die Krönung! Das Tüpfelchen auf dem I! Die Kirsche auf der
Sahne eines Eisbechers! Man gut, dass es meinem Magen wieder besser ging,
ansonsten hätte ich den Anblick mit meinem Mageninhalt noch ein wenig
ansehnlicher gemacht. Vielleicht ist es da auch besser, keine Kamera dabei
gehabt zu haben, sonst müsste ich Euch jetzt mit einem äußerst appetitlichen
Bild verzücken!                                                                                                                                        
Den
Markt schnell wieder verlassen, konnte ich es mir endlich wieder erlauben,
durch die Nase zu atmen. Wir holten die Collagen ab und fuhren zurück, um noch
rechtzeitig zum Abendessen dort zu sein. Nach diesem Erlebnis entschied ich
mich, zumindest für diesen Abend Vegetarier zu werden!



 

Nachgeschobene Bilder aus "Koh Chang"

25Juli2013

Elefantenspaziergang am Strand Ein einsames Boot am Strand Mit den Elefanten kuscheln! Unsere baumhausartige Lobby Lobby mit gemütlichem Meerblick Max, Hoang und ich In der Hängematte durfte ich mich von Yifan und Ling versorgen lassen Hoang und ich Bianca und ich Yifan, Ling und ich Thailand-Flagge auf dem Schiff nach Koh Chang

 

Bilder aus "Koh Chang"

24Juli2013

Für alle, die es interessiert, die schick moderne Dusch-, Klo-, Insektenzuchtkombination in unserer ersten Unterkunft Der erste Ort auf Koh Chang Der erste Ort auf Koh Chang Strandhütten, die wir für ungefähr die dreifache Summe hätten beziehen können Der traumhaft stürmische Strand Der traumhaft stürmische Strand Der traumhaft stürmische Strand Ein unnatürlich grüner See in der zweiten Stadt auf Koh Chang Achtet auf die Wolken! Hier ganz besonders auf die Wolken achten! Schön! Vor unserer Haustür! Unsere zweite Unterkunft - richtig schön! Ein gemütlicher Platz in unserer baumhausartigen Lobby Unsere Lobby Die Insel, zu der wir eigentlich laufen wollten Eines dieser wunderbar abschreckenden Klos, von denen ich gesprochen habe! Dieses Foto ist zwar nicht in der Stadt aufgenommen worden, sondern im Zug von Bangkok nach Ayutthaya, aber es vermittelt Euch einen ganz guten Eindruck! Unsere erste Unterkunft :(:(

 

Leider stimmt die Reihenfolge nicht, aber mit den Bildunterschriften sollte es eigentlich eindeutig sein!

Unser verlängertes Wochenende auf "Koh Chang"

24Juli2013


Ich habe gekämpft. Und zwar mit allen mir zur Verfügung
stehenden Mittel, um Internet auf der Insel Koh Chang zu bekommen! Und doch
musste ich mich geschlagen geben. Ich hatte keine Möglichkeit, die Blogeinträge
vorher online zu stellen. Ich hoffe, das ist kein Problem für meine treuen
Leser! Hier kommen die Einträge einfach zusammen:

 

Koh Chang: Tag 1


Freitag sollte der erste Tag auf der Insel Koh Chang werden.
Für alle, die mitkommen wollten, war er das auch. Die goldene Ausnahme bildete
da nur ein Praktikant, der von den Mistkerlen Durchfall, Fieber und Übelkeit
dazu gezwungen wurde, in Ayutthaya zu bleiben. Weil seine beste Freundin sich
solidarisch zeigen wollte, verzichtete sie ebenfalls schweren Herzens. Beim
Verlassen des Volunteer Houses kamen wir uns schon ein bisschen elend und
gemein vor, aber schließlich hätten wir an seinem Gesundheitszustand eh nichts
ändern können.                                                                                                                                
Was
meinen Magen angeht, muss ich folgenden Irrtum zugeben: Zuerst dachte ich, dass
es im Laufe des Tages besser geworden sei. Wahrscheinlich habe ich mich von der
trügerischen Wirkung von Immodium akut zu dieser Annahme verleiten lassen. Beim
Warten auf den um eine Stunde verspäteten Bus in Ayutthaya musste ich mich
jedoch auf unangenehme Art und Weise daran erinnern lassen, dass richtige
Thai-Keime sich nicht so leicht von einfachem Immodium akut bekämpfen lassen.
Ich suchte schon wieder eine Toilette. Der Tatsache bewusst, dass ich mich
mitten in der Stadt befand und ich somit nicht auf westliche Toiletten, sondern
lediglich auf thailändische Hinhock-Behälter (zu späterem Zeitpunkt folgt ein
Bild einer thailändischen Toilette) zurückgreifen konnte, entschied ich mich, auf
Besserung zu hoffen, die hoffentlich eintreten würde, sobald ich im Bus saß.
Dies war dann auch der Fall.                                                                                       
Allerdings
sollte man sich über thailändische Busse genau informieren, bevor man damit
fährt. Entweder man holt sich einen Magen-Darm-Effekt auf dem Klo, was bei mir
schon ausgeschlossen war, weil ich den ja schon hatte, oder man erkältet sich.
Ich habe die Temperatur nicht nachgemessen, aber ich denke, dass gefühlte 16
Grad, höchstens aber 20 Grad relativ realistisch geschätzt sind. Ich habe mir
tatsächlich einen Pullover für die Busfahrt mitgenommen und mir mit dieser
Aktion den Neid der anderen zugesichert. Die Temperatur ist die eine Sache. Die
Tatsache, dass man häufig die Düsen der Klimaanlage nicht verstellen kann,
sodass man ununterbrochen unter Dauerbeschuss steht, die andere. Weitere
Hilfsmittel sind dann zum Beispiel Handtücher.                                                                 In Bangkok, dem
Verkehrsknotenpunkt Thailands, angekommen, teilten wir uns in zwei Gruppen auf.
Die eine Gruppe bestand aus mir und meinem Wunsch, eine Toilette zu finden, die
andere Gruppe aus den Anderen, die das Ticket nach Trad, dem Ort, von dem wir
die Insel Koh Chang anfahren wollten, organisierten. Unsere beiden Vorhaben
beanspruchten etwa 20 Minuten.                                   
Danach ging es
dann los. Nächster Bus. Autobahn. Nach einigen Stunden Fahrt kamen wir in Trad
an und schafften es gerade noch so, die letzte Fähre zu erwischen. Mittlerweile
war es dunkel und vor allem eines: windig. Wir konnten uns fast gegen den Wind
lehnen, ohne umzufallen. Ein echtes Erlebnis. Außerdem machten wir auf der
Fähre unsere erste Begegnung mit einem Ladyboy. Man muss aber sagen, dass
dieser Ladyboy nicht sonderlich gut war und auch nicht vergleichbar mit denen,
die man aus Hangover 2 kennt.                                                                                              Auf der Insel angekommen, machte mir
mein Magen zusehendes zu schaffen. Ich musste schlafen. Wir suchten uns ein
Hostel, wobei ich den Begriff „Hostel“ ungefähr so unangemessen für diese
Unterkunft finde wie das Adjektiv „wohlriechend“ für Thailands Straßen! Ich
denke, die Bilder im Anschluss an diesen Blogeintrag geben Euch einen guten
Eindruck, wie man sich darin fühlte.


Während die Anderen also in der Stadt unterwegs waren, lag
ich im Bett, hielt mir den Magen und fühlte mich widerlich!


Koh Chang: Tag 2


Der nächste Morgen begann verhältnismäßig gut. Wir planten,
in den nächsten Ort auf der Insel zu fahren. Was ich mir erhoffte: Klimaanlage,
ein weiches, sauberes Bett, Whirlpool, Meeresblick, einen privaten Buttler,
kostenlose Thai-Massagen und das Ganze für wenig Geld! Das wär natürlich maßlos
übertrieben, das wusste ich. Aber allein der Gedanke, dieses Drecksloch hinter
mir zu lassen, beflügelte mich und verlieh mich Kräfte, auf die Superman
neidisch gewesen wäre. In Windeseile waren meine Sachen gepackt. Hoang und ich,
wir waren zusammen auf einem Zimmer, trafen uns mit den Anderen am Strand und
frühstückten. Mein Frühstück sah folgendermaßen aus: Da ich den Tag zuvor
gezwungenermaßen mit wenig fester Nahrung überstehen musste, hatte ich an
diesem Morgen besonders Hunger. Cheeseburger, Pommes und als Nachtisch einen
Pancake mit Honig. Seit dem ersten Tag meiner Krankheit hasse ich
thailändisches Essen. Allein der Gedanke an Reis und Frühlingsrollen,
Cashew-Nuts oder fried vegetables bringt meinen Mageninhalt in Wallungen. Aber
traditionelles Fastfood sprach mich nach wie vor an!                                                                     
Nach dem Essen ging es dann gestärkt in die tosenden Wellen des Meeres.
Der stürmische Eindruck des ersten Tages setzte sich am zweiten Tag also fort.
Von wegen klares Wasser, weißer Sand und eine leichte Brise um die Ohren!
Sturm, Wellen und grober Sand war angesagt. Koh Chang ist so anders gewesen als
Koh Samed, aber sicherlich eine Erfahrung wert.                                                                                                      
Am späten Nachmittag machten wir uns auf, den nächsten Ort zu erreichen.
Geplant war, in einem Hostel zu schlafen, das einzelne Bungalows vermietet und
den Namen „Hostel“ zu tragen verdient. Der erste Blick in dieses Domizil
überzeugte mich. Es war wunderschön! Wenn ich das am ersten Tag meines
Thailandaufenthaltes gesehen hätte, wäre ich sicherlich nicht vor Freude in die
Luft gesprungen, aber mit der frischen Erinnerung an dieses Loch, in dem wir
die vorherige Nacht verbringen mussten, konnte ich nicht aufhören zu jubeln!
Meeresblick (ernsthaft), weiches Bett, Ventilator (leider keine Klimaanlage,
aber in Ordnung), baumhausartige Lobby und lediglich 200 Baht!                                                                                                                                    
Am Abend sahen wir uns in der neuen Stadt um.  Auf unseren Erkundungstouren fanden wir sogar
einen deutschen Biergarten. Ein Stück Heimat in der Ferne! Mein Herz ging auf.
Nach dem Essen (ich traute mich wieder nicht an thailändisches Essen heran,
sondern bestellte in alter Tradition einen Cheeseburger) besuchten wir eine
Bar. Und dort trafen wir auf noch mehr Heimatgefühle! Deutsche Musik! Ach was
war das Leben doch schön! Wenn jetzt nur mein Magen mitmachen würde! Aber wie
immer war darauf Verlass, dass er sich gehörig einmischte. Ich verbrachte wohl
mehr Zeit auf dem Klo der Bar als mit den Anderen am Tisch.                                                                                                                                                
Meine Laune erreichte einen zwischenzeitlichen Tiefpunkt! Alles war so perfekt,
die Unterkunft, die Bar, die Leute, nur mein Magen nicht. Wieder in unserer
baumhausartigen Lobby unserer Unterkunft angekommen, kümmerten sich jedoch die
beiden Chinesinnen Yifan und Ling so herzlich um mich, dass ich meine
Bauchschmerzen bald vergaß. Stellt Euch Marvin in einer Hängematte vor, der
sanft in den Schlaf geschaukelt wird!

 


Koh Chang: Tag 3

 

Der dritte Tag auf Koh Chang war ein Sonntag. Wir standen so
gegen 11 Uhr auf und genehmigten uns erstmal ein ausgewogenes Frühstück. Es gab
Weißbrot mit Marmelade! Okay, ausgewogen war es nicht, aber es war günstig und
schmeckte selbst mir verhältnismäßig gut. Der restliche Tag verlief eher ruhig.
Schwimmen im Meer zwischen tretmienenartigen Steinen, Lesen und Essen! Wie
Urlaub. Da wir allerdings planten, die Insel bereits am Dienstag zu verlassen,
machten wir uns im Laufe des Tages auf den Weg in die Stadt, um unseren
Rücktransport zu organisieren. Am Strand begegneten wir Elefanten, die sich mit
einer Wasserdusche vergnügten! Dieser Tag sollte der erste meines Lebens
werden, an dem ich einen solchen Dickhäuter berühre. Ein Erlebnis, dass sich in
mein Gedächtnis eingebrannt hat!                                                                                 
Erwähnenswert für diesen
Tag war zusätzlich, dass der ganz und gar nicht schusselige Hoang seine
Flipflops verloren hatte. Erst am Montag sollte sich zeigen, warum dieses Ereignis
unbedingt in diesen Blog gehört!



Koh Chang: Tag 4


Der Montag begann mit einem abenteuerlichen Plan! Aufstehen
um sieben Uhr, um bei Ebbe zu einem kleinen Inselausläufer zu laufen. Der Plan
war nicht nur abenteuerlich, sondern auch wirklich wagemutig und riskant. Nach
etwa der Hälfte der zurückgelegten Strecke merkten wir, dass sich die Flut ihr
Watt doch schneller zurückerobern konnte, als wir es gedacht hätten. Begleitet
von Nieselregen drehten wir um, um uns noch ein paar Stunden Schlaf zu gönnen!
Man gönnt sich ja sonst nichts!                                                                                                   
Nach
dem zweiten Aufwachen des Tages beschreibe ich nun die Stelle, an der der
Verlust von Hoangs Flipflops von Bedeutung wird. Während ich auf einem Stuhl im
Begriff war, in einen sanften Vormittagsschlaf zu gleiten, hörte ich plötzlich
ein lautes Lachen von Smu, einer österreichischen Praktikantin. Ich schreckte
hoch und blickte in ihr Gesicht. Sie war am Strahlen. Sie hatte doch
tatsächlich Hoangs Flipflop gefunden. Getreu ihrer Art hatte sie jedoch nicht
vor, ihm die jetzt einfach vor die Nase zu halten. Nein, sie plante, seine
Flipflops zu tragen und ständig Bemerkungen vor ihm darüber zu machen, wie
angenehm es bei dem Wetter doch sei, luftige Schuhe tragen zu können. Diese
Bemerkungen kamen dann auch! Zu Hauf! Und bemerkte er es? Nein! Heute sind wir
zurück in Ayutthaya und noch immer hat er keine Ahnung. Ich hätte es ihm schon
längst gesagt, aber dann wäre ich der Buhmann gewesen. Also mache ich das jetzt
über diesen Blog. Hoang, lies dir diesen Text durch!                                                                                                                                                                            
Der Abend war weniger ereignisreich. Zwei Stromausfälle, die die
Hotellobby und unsere Bungalows in vollkommene Dunkelheit tauchten, ein
verlorenes Portemonnaie (natürlich von Hoang), welches ich später im Mülleimer
finden konnte und weiterhin häufige Besuche auf dem Klo!



Am Dienstag fuhren wir dann auch schon wieder zurück. Auf
Wiedersehen Koh Chang, Insel des Sturmes, des Regens und der ganz besonderen
Thailanderfahrungen!   

 

 

 

 

Von Bauchweh, Durchfall und anderen Wehwehchen

18Juli2013

In meinem ganzen Leben war ich noch nie so angewidert, wenn
ich an Frühlingsrollen, frittierte Hühnerteile, Nudeln oder Reis gedacht habe.
Noch immer dreht sich beim Gedanken daran mein Magen um. Dass mich mein
europäischer Weicheimagen erst zwei Wochen in Sicherheit wiegen musste, nur um
jetzt, zum Beginn meiner dritten Woche, mit voller Wucht zuzuschlagen, finde
ich zum Kotzen.                                                                             
Das
Theater begann am Montagabend. Ich ging zu Bett und fühlte mich einfach nur
krank, ich wusste schon ganz genau, dass da gehörig was im Anflug war. Am
nächsten Morgen stand ich auf und hatte die Bestätigung. Ich fühlte mich
widerlich. Symptome: Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen
und eine nicht zu unterschätzende Wut darüber, dass ich mir meine Laune davon
verderben lassen musste. Ich überlegte also, wo ich mir den Virus eingefangen
haben könnte. Erster Verdacht: Die Tausendjährigen Eier! Aber die Anderen waren
gesund, obwohl sie auch davon probiert hatten. Zweiter Verdacht: Keiner. Ich
hatte keine Ahnung. Konnte es Malaria sein? Koh Samed gehört schließlich zu den
Risikogebieten. Es beruhigte mich allerdings, dass ich kein Fieber hatte.
Malaria wollte und konnte ich also ausschließen. Ich stellte mir die Frage, ob
eine Recherche im Internet sinnvoll wäre. Nach einiger Zeit des Überlegens:
Nein! Definitiv nicht. Googelst du eine Krankheit, hast du sie! Auf jeden Fall
läuft das bei mir so ab. Dann setzt mein rational denkender Teil des Gehirns
aus und schwuppsdiwupps habe ich die schlimmsten Krankheiten dieses Planeten
und werde niemals wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen dürfen, weil ich
hier in Quarantäne gesteckt werden muss. Man beginnt nämlich, Selbstdiagnosen zu stellen. Und darin bin ich ganz besonders kreativ. Auf Google als Berater zu verzichten gleicht
also psychologischem Selbstschutz. Ich
entschied mich allerdings, zur Schule zu gehen, da wir an dem Tag einen neuen
Lehrer bekommen sollten, Kevan, einen Italiener mit amerikanischen Wurzeln oder
einen Amerikaner mit italienischen Wurzeln oder so ähnlich. Auf jeden Fall wollte
ich es Max nicht alleine überlassen, ihn in den Alltag einzuführen und
gleichzeitig die Schüler zu betreuen. Dass sich diese Entscheidung als sehr
schlecht herausstellen würde, war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst.
Jetzt allerdings schon. Der Tag war der Horror. Die Klassenräume sind für
gewöhnlich nicht klimatisiert und der Lautstärkepegel kann auch mal auf das illegale
Niveau einer Thai-Disko ansteigen. In unserer Freistunde bin ich sogar auf
einem Sofa im Büro des Schulleiters, das uns als Aufenthaltsraum zu Verfügung
steht, eingeschlafen. Nach der ersten Doppelstunde, welche
120 Minuten ging, der Freistunde und der zweiten Doppelstunde kam das
Mittagessen. Bisher gab es immer ganz ansehnliche Dinge. Gemüse oder Paniertes.
An diesem Tag, genau zu dem Zeitpunkt, als mein Magen dabei war, sich zu
verselbstständigen, gab es Fisch. Keine Filets. Ganze Fische mit Augen,
Schwanzflossen. Ich musste den Raum verlassen. Mir war durchaus bewusste, dass
das als unhöflich betrachtet wird, aber sicherlich würde mein Erbrochenes über
dem Esstisch für deutlich mehr Entrüstung sorgen.                                                          Nach dem so ziemlich
schlimmsten Schultag meines Lebens ging es zurück ins Volunteer-House. Schlafen
und Medikamente waren angesagt. Es war wirklich süß, wie sich alle um einen gekümmert
haben. Danke Max, danke Tina , danke Smu, Hoang, Mel, Ling, Yifan und all die
Anderen. Die beiden Tage danach, also Mittwoch und Donnerstag, blieb ich zuhause,
streichelte meinen Bauch, trank Cola, die jedoch gar nicht nach Cola schmeckte,
jedoch trotzdem gut für meinen Magen war, und schluckte Tabletten. Heute Abend
geht es mir schon deutlich besser. Das Klo ist zwar noch immer mein bester
Freund, aber immerhin kann ich schon wieder laufen, ohne das Gefühl zu haben,
umzukippen. Und darüber bin ich wirklich sehr froh, da wir morgen nach Koh
Chang, der zweitgrößten Insel Thailands, fahren wollen, um dort ein
verlängertes Wochenende zu verbringen. „Verlängert“ aus dem Grund, da Montag
und Dienstag buddhistische Feiertage sind, was bedeutet, dass die Schule
ausfällt. Ich werde natürlich auch wieder in Bild und Wort über meine
Erlebnisse dort berichten, kann jedoch nicht versprechen, ob ich das täglich schaffe,
oder erst am Mittwoch einen Blogeintrag online stellen kann, da ich nicht weiß,
ob ich die Möglichkeit eines Internetzugangs haben werde. Seitdem ich diesen
Blog schreibe, habe ich es mir jedoch zur Angewohnheit gemacht, um mein Wifi zu
kämpfen. Daher stehen die Chancen recht gut, dass ihr schon früher Neues von
mir hören werdet.   



 

Die ekelhafteste Delikatesse Chinas

15Juli2013

Ich komme jetzt einfach mal ganz schnell zum Punkt.
Normalerweise labere ich ja immer noch ein bisschen drumherum, schmücke hier
ein bisschen aus, verziere dort ein bisschen. Aber angesichts dessen, was ich
Euch jetzt erzählen möchte, sollte ich mir das lieber sparen, damit auch keine
Missverständnisse auftreten! Bestellt Euch niemals, und ich meine wirklich
niemals, einen „Spicy Salad with Egg“, wenn ihr in Thailand seid. Diesen Fehler
habe ich nämlich gemacht, als wir gestern Abend an einem Stand in Ayutthaya
unser Abendessen zu uns nehmen wollten. Ich sah den Salat vor mir und stocherte
erstmal mit meiner Gabel darin herum. Kein Ei! Zumindest keines, das auch nach
Ei aussah! Ich merkte schon, wie sich Yifun und Ling, die beiden Chinesinnen,
meinem Teller mit ausgesprochen großem Interesse näherten. Ich wollte gerade
ein Stück einer dunklen, ein wenig matschigen Substanz aufspießen und in den
Mund stecken, als Ling plötzlich anfing, ein derart angewidertes Geräusch von
sich zu lassen, dass ich mich beinahe vor Schreck umgedreht hätte. „Weißt du,
was du da gerade essen wolltest?“ „Nein!“ Ganz genau, ich wusste es nicht, aber
diese Frage hatte mir schon unmissverständlich klargemacht, dass ich nicht erst
auf die Antwort warten musste, um zu entscheiden: Das werde ich nicht essen. Und
als ob das noch nicht genug gewesen wäre, kam die Antwort dann doch noch: „Das
ist zum ekeligsten Essen Chinas gewählt worden!“ Das hat mich schon beeindruckt.
In China wird verdicktes Entenblut gegessen (in Thailand habe ich das auch
schon gesehen), Hühnerkrallen und andere, für uns fast schon ungenießbare
Dinge. Dann musste es schon Einiges bedeuten, wenn diese, recht harmlos
aussehende Substanz als derart widerlich empfunden wird. Und dann wurde es mir klar.
Ohne die sprachliche Barriere zwischen den Chinesinnen und mir wäre mir
sicherlich schon früher bewusst geworden, um was es sich handelte… „Tausendjährige
Eier“. Ich konnte sogar den Rest des Salates vergessen, weil von den „Eier“-Stückchen
– ich schrecke echt davor zurück, das noch ernsthaft „Ei“ zu nennen – ein widerlicher
Sud ausging, der mir gründlich den Appetit verdarb. Wir sahen uns alle
fasziniert dieses Etwas an. Und wie Touristen nunmal so sind, will man dann
doch ausprobieren, wie das schmeckt, was offiziell oder inoffiziell den Titel „ekeligstes
Essen Chinas“ trägt. Also brachte mich der Gruppenzwang (Wo ist bloß mein Rückgrad?)
dazu, es zu probieren. Und an dieser Stelle möchte ich diesen Text dann auch
mit der simplen, unübertriebenen, unverzierten und nicht drumherum gelaberten
Aussage beenden: Es schmeckte nicht.                                                                                                                                  Gute Nacht! Ich hoffe, ich träume nicht davon!

Noch ein paar nachgeschobene Bilder aus dem Inselparadies "Koh Samed"

15Juli2013

Lichtershow der Feuerspucker Lichtershow der Feuerspucker Hoang und Max Thai-BoxringDrachenboot Boot nach Koh Samed Lampions am Strand Einheimische am Strand Festlandpier Unsere mehr oder weniger geilen Hütten auf Koh Samed Strand thailändisches Meeresungeheuer

Unser Wochenende auf "Koh Samed"

14Juli2013

Koh Samed: Tag 1

Das Ziel unseres Wochenendausflugs: Koh Samed! Eine
touristisch noch nicht sonderlich gut erschlossene Insel, etwa drei Autostunden
von Bangkok entfernt. Beim Ankommen mussten wir uns erst von einer unglaublich
hässlichen Meerjungfrauenstatue erschrecken lassen. Die stand vor dem Pier und
begrüßte die Touristen… kein Wunder, dass bei diesem Ungetüm vor den Toren nur
wenig Touristen vorbeikommen, um ihr Geld hier zu lassen. :)                                                                                                                  
Auf der Insel angekommen,
fuhren wir zusammen mit einem deutschen Ehepaar auf der Ladefläche eines Jeeps
in das Dorf, in dem wir hofften, auf viele Hostels zu stoßen. Wir spekulierten nämlich
darauf, spontan eine Unterkunft zu finden. Also fragten wir uns durch und
stellten fest: Obwohl Koh Samed noch lange nicht zu den Touristenhochburgen Thailands
gehört, war hier der Unterschied zwischen arm und reich schon deutlich spürbar. In
der einen Unterkunft hätten wir 10000 Baht pro Nacht bezahlen müssen, in der anderen
300 Baht. Natürlich entschieden wir uns für die günstigere Variante ohne den
Luxus einer Klimaanlage. Ich erspare Euch jetzt einfach mal ein Foto unseres
Zimmers. Das Gute ist allerdings: Man erreicht den weißen Strand mit dem blauen
Wasser in weniger als fünf Minuten. Es 
ist echt ein Inselparadies.                                                                                                                                   
Und was macht man, wenn man in einem Inselparadies ist? Schwimmen gehen und danach
am Strand essen, Cocktails trinken und einheimischen Feuerspuckern vor dem
mittlerweile nachtschwarzen Meer zuschauen.                                                                                                                                                           
Und wenn man dort sitzt und auf das Meer sieht, wird einem
bewusst, dass man weit von Deutschland, seiner Familie und seinen Freuden
entfernt ist, weil einfach alles anders aussieht, anders riecht und anders
schmeckt (Ganz besonders anders riecht! Es gibt keine Müllentsorgung!). Wenn man dann noch darüber nachdenkt, dass noch weitere sieben Wochen
vor einem liegen, ob in einem Paradies oder nicht, kommt einem diese
wunderschöne Insel plötzlich doch nicht mehr so wunderschön vor. Aber ich
denke, dieses Gefühl hin und wieder zu haben, ist vollkommen normal. Ich werde
die nächsten Wochen auf jeden Fall genießen!

Monstermeerjungfrau Traumstrand Traumstrand Traumstrand Traumstrand

 

Koh Samed: Tag 2

 

Sommer, Sonne, Strand und Meer! Wenn der Tag damit anfängt,
dass man aus der Tür schreitet und sofort von der Sonne und dem strahlend
blauen Meer begrüßt wird, würde man am liebsten den Rest seines
Thailandaufenthaltes hier verbringen. Der zweite Tag – ein typischer Strandtag
also. Schwimmen, Sonnen, Cocktails schlürfen und einfach nur das tun, wozu man
Lust hat. Diesem Strandfeeling konnte ich mit einem anderen Praktikanten
zusammen sogar noch die Krone aufsetzen. Für 1000 Baht pro Person, was etwa 25
Euro sind, machten wir einen Drachenflug über dem Meer. Von einem Boot an einem
Drachen gezogen zu werden und dabei 30 Meter oder mehr in die Höhe zu steigen,
ist ein Gefühl, das ich bestimmt niemals vergessen werde. Leider werde ich auch
niemals die Angst vergessen, die ich hatte, als einer der Thais mir die
Sicherheitsgurte anlegen wollten und ich feststellte, dass diese bei mir
schlaff herunterhingen und nicht so straff saßen wie bei Hoang, dem anderen
Praktikanten, mit dem ich flog. Und das Schlimmste: Ich schien es ihnen auch
nicht begreiflich machen zu können. Toll. Ich musste mich also entscheiden.
Leben oder das Gefühl, zu fliegen? „Klar, ich fliege nicht!“ Die Entscheidung
hätte mir eigentlich nicht schwer fallen dürfen, aber hallo? Der Ausblick wäre
so schön! Also entschied ich, es trotzdem zu machen. Ich dachte mir, dass das
Sprichwort, Wasser wird zu Beton, wenn man aus einer großen Höhe darauf
hinunterfällt, sicherlich maßlos übertrieben war. Dieses sanft schaukelnde
Wasser mit den seichten Wellen konnte gar nicht so wehtun. Unmöglich. Also
ließen Hoang und ich uns an dem Drachen befestigen. Kurz bevor der Drachen in
die Luft geschickt wurde, schien jedoch einer der Männer bemerkt zu haben, dass
meine Sicherung noch dezent verbesserungswürdig war. Schnell zog er meinen
kompliziert angelegten Gurt fester. Meine Bedenken waren also mal wieder
umsonst. In dem Moment, in dem der Drachen in die Luft stieg, erfasste uns ein
Ruck und schon waren wir zehn Meter über der Wasseroberfläche. Dann zwanzig,
dann dreißig oder noch mehr. Und der Ausblick, der sich uns bot, war einfach
unbeschreiblich. Wir konnten noch sehen, wie vom Boot aus Fotos von uns
geschossen wurden. Nach einigen Minuten fuhr das Boot plötzlich langsamer. Wir
sanken tiefer, bis wir uns schließlich bis zum Bauch im Wasser befanden.
Schlagartig beschleunigte das Boot wieder und wir wurden erneut hochgerissen. Besser
als Achterbahnfahren! Nach acht Minuten war der Spaß dann aber auch schon
vorbei, sodass wir auf das Boot zurückgeholt wurden und uns wieder auf den Weg
zum Strand machten. Noch Minuten danach kam ich nicht aus dem Grinsen heraus.
Es war sagenhaft. Man fühlte sich wie auf Droge! Nochmal! Jetzt! Leider wäre
das selbst hier in Thailand zu teuer. 
                                                                                                                                                                                   
Der restliche Tag verlief im Vergleich dazu eher ruhig - auf jeden Fall bis zum
Abendessen. Dieses nahmen wir in einem Restaurant am Strand ein. Wir saßen auf
Kissen an einem niedrigen Tisch und aßen „Wet Noodles“. Wenn in Deutschland ein
Gericht „Feuchte Nudeln“ heißen würde, hätte ich das ganz bestimmt nicht
bestellt! Aber es war lecker, auf eine ungewöhnliche Art und Weise. Dabei sahen wir
Feuerspuckern zu und merkten, wie die Musik um uns herum immer lauter wurde und
somit die Partystimmung stieg. Plötzlich standen einige Gäste auf und begannen
zu tanzen. Wir beteiligten uns und fanden uns auf einmal in einer tanzenden
Meute partyverrückter Europäer und Thais wieder. Wir bildeten eine Art Polonaise
und zogen jeden mit, dem wir begegneten. Das Highlight stellte ein Bad mit
Klamotten im Meer dar. Na gut, ich würde
das auch erst im Nachhinein als Highlight beschreiben. In dem Moment hatte ich
für Hoang, der mir den finalen Schubser gegeben hat, ungefähr eine Millionen
Rachepläne. Gegenseitig versuchten wir dann, uns immer und immer wieder ins
Wasser zu ziehen und mussten danach feststellen: Sand klebt gut an nassen Kleidern!
Daher gingen wir zurück in unsere Unterkunft und versuchten, zwischen den
wenigen Klamotten, die wir im Rucksack mitnehmen konnten, etwas Brauchbares zu
finden, das noch trocken war. Ein Ding der Unmöglichkeit!

Da die Abenteuerlust am Abend noch immer ungebrochen war,
planten wir, die Nacht am Strand zu verbringen. Mit Kissen und Decken
ausgerüstet, machten wir es uns auf Liegen gemütlich und stellten uns den
Wecker auf vier Uhr, um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Leider hatten wir nicht
damit gerechnet, für die Mücken so interessant und lecker zu sein, dass sie
alle ihre Freunde aus ganz Asien nach Koh Samed rufen mussten, um uns
ordentlich leer zu saugen. Nach wenigen Stunden Schlaf am Strand war es dann
vorbei mit unserem Widerstand gegen die Heerscharen an Blutsaugern. Wir
flüchteten und verbrachten die Nacht dann doch lieber in unseren Betten.

 

Flug Flug Flug

 

Koh Samed: Tag 3


Der letzte Tag auf Koh Samed ist recht schnell
zusammengefasst. Frühstück am Strand, „I love Samed“ – Shirt gekauft, auf dem
der erste Teil des Inselnamens, nämlich „Koh“, fehlt, mit dem Boot zum
Festland, einen Bus zurück nach Bangkok genommen und von dort einen Van nach
Ayutthaya. Das erscheint eigentlich recht ereignislos und langweilig. Und irgendwie
auch untypisch für uns. Es wirkt so, als sei alles perfekt verlaufen, so ganz
ohne Komplikationen, Stress und Verwirrung! Ihr glaubt mir nicht? Dann liegt
Ihr goldrichtig. Natürlich stießen wir wieder auf Hindernisse. Beim Kauf eines
Bootstickets, beim Versuch, in Bangkok einen Van zu finden, der uns nach
Ayutthaya bringen sollte… es gab und wird noch so viele Situationen geben, in
denen wir nicht wissen, was wir machen sollen und uns nach Eltern sehnen,
die alles für uns regeln. Und doch haben wir alles gemeistert, sodass ich mich
nun auf der Autobahn mit den anderen Praktikanten befinde, in Richtung
Volunteer-House fahre, meinen Blog schreibe und denke: Ein ganz normaler Tag in
Thailand! Ein wunderbares Wochenende auf Koh Samed!



Leider habe ich, wie dem aufmerksamen Leser meines Blogs
sicherlich aufgefallen sein dürfte, alle drei Tagesberichte erst heute online
gestellt. Das liegt jedoch nicht daran, dass ich die letzten Tage keinen Bock
dazu hatte, sondern lediglich daran,
dass ich in der Unterkunft auf Koh Samed kein Internet hatte. 

Das Nachtleben Ayutthayas

11Juli2013

Diesen Text fange ich mal mit einem Zitat von mir selbst an:
„Heuschrecken will ich in Thailand auf jeden Fall mal probieren. Die schmecken
bestimmt wie Chips, wenn sie richtig frittiert sind!“ Wie konnte ich nur so
dumm sein? Um es kurz zu machen. Nein, sie schmecken nicht wie Chips. Genauso
wenig frittierte Maden. Dass es echt einige Praktikanten gab, die das gerne
mochten, kann mein europäischer Weicheimagen nicht verstehen. Der Geschmack
erinnert eher an verbranntes Fleisch als an eine vermeintliche Delikatesse. Und
genau dafür habe ich diese widerlichen Krabbelviecher gehalten - für eine
thailändische Delikatesse, um die sich die Einheimischen prügeln würden.
Allerdings musste ich mit Entsetzen feststellen, dass der Begriff Delikatesse
selbst bei den Thais ein wenig zu hoch gesteckt ist. Nachdem ich den Unterleib
einer Heuschrecke heruntergewürgt und nur aus Prinzip eine Made probiert hatte,
aus der beim Draufbeißen ein ekelerregender Saft herausquoll, hatte ich vor,
meine verbliebenen Köstlichkeiten an einen Tuktukfahrer zu verschenken. „Dann
mache ich ihm vielleicht eine Freude!“ Als ich dann in sein Gesicht sah, wusste
ich: Freude sieht anders aus. Selbst er musste vor Ekel das Gesicht verziehen.
Was habe ich da bloß gegessen? Was für Deutsche ekelig ist, ist
gewöhnungsbedürftig. Aber was selbst für einige Thais ekelig ist, scheint
eigentlich ungenießbar zu sein. Ich beschloss, nicht mehr darüber nachzudenken.
Wir gingen ein Stück weiter, bis wir an einer Bar angelangten. Ich setzte mich
dort neben zwei chinesische Praktikantinnen. Schon bald versuchten wir,
einander unsere Muttersprachen beizubringen. Ich brachte Chinesinnen in Thailand deutsche
Wörter bei, während wir Missverständnisse auf Englisch klärten. Ich fühlte mich
so international!                                                                                                                                                                
Nach einiger Zeit beschlossen wir dann,
in einen Club am Rande von Ayutthaya zu gehen. Die altbekannte
Transportmöglichkeit ist natürlich gerufen worden und dann ging es los. Zehn
Minuten in einem Tuktuk mit acht Personen sind nicht angenehm, aber immerhin
war es wieder eines dieser Partytuktuks. Wir hatten also trotzdem unseren Spaß.
Am Club angekommen, stießen wir auf Verwunderung. Wir mussten keinen Eintritt
bezahlen. Ob man das generell nicht muss, weil die Diskos sich über die
verkauften Getränke finanzieren, wussten wir nicht. Uns störte es jedoch nicht.
Wir gingen rein und die Blicke richteten sich auf uns, da unter den Frauen, die
mitgekommen sind, auch einige Blondinen waren, die hier von Männern bewundert
und von Frauen verachtet werden.                                                                                           Leider kann man es sich nicht leisten, im
Unterricht mit thailändischen Kindern einzuschlafen. Also fuhren wir gegen zwei
Uhr zurück, um wenigstens noch ein bisschen Schlaf zu bekommen.

 

Tipp für Besuche in thailändischen Clubs: Am besten in der
hintersten Ecke des Raumes bleiben, um so wenig Beschallung wie möglich
abzubekommen. Ich denke mal, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn
ich einfach mal behaupte, dass ein derart hoher Lautstärkepegel in keinem Club
Deutschlands erlaubt wäre. Wir hatten noch nach dem Aufwachen das Gefühl, Watte
in den Ohren zu haben.   

Aber es wurde ein interessanter Mix aus international
bekannten Songs und thailändischen Hits gespielt. Eine echt abwechslungsreiche
Mischung!                               

Der dritte Schultag

10Juli2013

Der dritte Schultag

Der erste Schultag

09Juli2013

Gestern war mein erster Tag in der Wat Huntra-Grundschule in Ayutthaya. Der Wecker
klingelte um 6.40 Uhr und ich hatte trotz der viel zu harten Matratze Schwierigkeiten,
aus dem Bett zu kommen. Ein gewohntes Gefühl also, das ich auch schon aus
Deutschland kenne. Um acht Uhr fuhren wir dann zu siebt mit einem Tuktuk los
und kamen noch rechtzeitig zur allmorgendlichen Versammlung auf dem Schulhof
an. Ich ahnte schon, was uns erwarten würde. 400 Schüler in Reih und Glied
sitzend, die Lehrer an den Seiten Patrouille stehend… ganz offensichtlich
sollten wir uns vorstellen. Da ich der erste in der Reihe war, machte ich
natürlich den Anfang. „My name is Marvin. I´m from Germany!“, sollte ich sagen. Und dann nochmal ganz langsam. Die ganze
Schule reagierte darauf mit Sprechchören und den Versuchen, meinen Namen
richtig auszusprechen. Ähnlich lief es bei den anderen Lehrerpraktikanten ab.
Von diesem Moment ab an war ich ganz offiziell der „Marvin“, der in den Gängen
mit seinem Namen angesprochen wird, der mal berührt werden muss, mindestens
einmal am Arm, dem man mal die Hand schütteln will und vor dem man danach aber
so schnell wie möglich, peinlich berührt grinsend, wegrennt. Das Verhalten der
Thais gegenüber uns westlich aussehenden Menschen ist mir bis heute ein Rätsel.            Nach
dieser Vorstellung wurden wir in das Büro des Schulleiters gebracht und mit
einer viel zu süßen Kaffee-Kakao-Mischung (offiziell heißt es hier nur Kaffee)
versorgt. In diesem Raum befand sich auch der Arbeitsplatz der Sekretärin. Ganz
offensichtlich war es ihr unsagbar unangenehm, mit uns in einem Raum zu sein.
Sie sprach so gut wie kein Wort Englisch und wollte mehrere Male versuchen, zu
flüchten. Es gelang ihr jedoch nicht, weil ihr jedes Mal unsere Betreuerin, die
einzige Englischlehrerin an der Schule, in den Weg kam. Sie steckten dann die
Köpfe zusammen und lachten wie kleine Mädchen, die Justin Bieber das erste Mal
live sehen, warfen uns dann rasch einen Blick zu und lachten weiter. Erwachsene
Frauen! Süß! ;)                                                                  
Und dann hieß es auch schon: Auf zur ersten Stunde! Max und ich werden hier als
Lehrerteam eingesetzt und bekamen für die ersten 60 Minuten, die, so wie ich es
verstanden habe, jüngsten Schüler. Mithilfe eines Workbooks brachten wir ihnen
englische Begriffe wie „pencil“, „table“ oder „chair“ bei. Da das thailändische
Unterrichtssystem auf dem Wiederholen des vom Lehrer Gesagten basiert, traten
einige lustige Situationen auf. So sprachen wir ihnen ein Wort vor und sie
wiederholten es. Wollten wir sie dann aber mit einem „very good“ oder „well
done“ loben, wiederholten sie das ebenfalls. Echt lustig, aber irgendwie auch
ziemlich traurig, dass man so wenig zum eigenen Denken erzogen wird. Stupides
Nachplappern statt Dinge zu hinterfragen. Meine alten Lehrer würden sich die
Hände über dem Kopf zusammenschlagen! ;)                                                                                                          Nach der ersten Unterrichtsstunde gab
es Essen, das uns von schüchternen Schülern gebracht wurde.  Kurze Zeit später machten wir uns auf den Weg,
eine andere Klasse zu unterrichten. Wie sich herausstellte, waren die Schüler
etwa zehn bis elf Jahre alt, gehörten also schon zu den Oldies der Schule. Dumm
war nur, dass uns die Lehrerin dort abgegeben hat und uns dann alleine gelassen
hat. Wir hatten weder Informationen, auf welchem Stand sie sind, noch, was wir
machen sollten. Schnell kam uns jedoch Hilfe herbei. Eine US-Amerikanerin mit
taiwanesischen Wurzeln (ich wette, darauf würde sie bestehen!), die auch
Praktikantin dort war, leitete die erste Stunde und gab uns damit eine Idee,
wie vorzugehen war, wenn man keinerlei Informationen über das Kerncurriculum
hat. Obwohl der letzte Teil des Satzes sicherlich unnötig war, Thailand hat
bestimmt kein richtiges Kerncurriculum. J Der Unterricht sah dann wie folgt aus: Es wurde ein Oberbegriff an die Tafel geschrieben und erklärt. Sports, fruits, animals… und
dann mussten englische Begriffe gesucht werden. Dass die meisten Begriffe von
den anderen Lehrerpraktikanten dazwischengerufen und nicht von den Schülern
genannt worden sind, spielt keine Rolle. Hauptsache, die Kinder schreiben
irgendwelche englischen Wörter auf. Schade eigentlich. Und
dann war der erste Schultag auch schon vorbei. Den Rückweg traten wir jedoch nicht
einfach in einem Tuktuk an, nicht mal in einem der sagenumwobenen Partytuktuks,
nein… der Schulleiter brachte uns persönlich mit seinem Auto zurück.
Klimatisiert.                                                                                              
Zuhause berichteten erfahrenere Praktikanten dann, dass die Situation, in einer Klasse zu stehen und nicht zu wissen,
was man machen soll, vollkommen normal sei. Mal sehen, wie die nächsten
Unterrichtsstunden so werden.                                                                                

Bilder aus Ayutthaya

07Juli2013

Schule Schule

Erkundungstour in Ayutthaya

07Juli2013

Heute war ein wirklich interessanter Tag. Mit unserer Projektleiterin
sind wir zum ersten Mal zur Schule gefahren, an der wir ab morgen von Montag
bis Donnerstag arbeiten werden. Da aber Sonntag war, konnten wir uns das Gebäude
natürlich nur von außen anschauen. Was mich aber schon gleich am Morgen daran
erinnerte, dass ich nicht in Deutschland bin (ich rede nicht von der Hitze),
war die Tatsache, dass wir eine gefühlte Ewigkeit an einer Bushaltestelle warten
mussten, um festzustellen: Der Bus kommt nicht mehr! Also hieß es, Hand an der
Straße ausstrecken und ein windschnittiges Tuktuk herbeirufen. Und dann kam
nicht einfach ein normales Null-acht-fünfzehn-Tuktuk, sondern ein wahres „VIP-Party-Tuktuk!“ (Zitat: Tina Merdonik)
Flachbildschirm, Partylichter und Musik! Eine so unterhaltsame Fahrt hatte ich
selbst in Bangkok noch nicht. Den Rückweg traten wir natürlich auch in dieser
fahrenden Discokugel an.                                                                                                                                                                                                   

Und am Nachmittag haben wir endlich das gemacht, was man
eigentlich erstmal machen sollte, bevor man sich als dummes, deutsches Landei
aufmacht, Bangkok auf eigene Faust zu erkunden. Wir haben unseren Wohnort
richtig kennengelernt. Ayutthaya. Und das auf eine sehr angenehme Art und
Weise. Mit einem Boot ging es den Fluss hoch und runter. Vorbei an alten
Tempeln und Tempelruinen. Das Highlight des Tages stellte ein Besuch auf einem
kleinen „Schwimmenden Markt“ dar, sozusagen als Vorbereitung auf die
weltberühmten „Schwimmenden Märkte“ von Bangkok.

Ich habe
hier also bis jetzt nicht nur Pleiten, Pech und Pannen erlebt. Daumen drücken, dass
die kommenden Tage ähnlich verlaufen werden!

Kleine Bemerkung zwischendurch

07Juli2013

Deutschland hat dieses Jahr
beide Champions League-Finalisten gestellt. Und das wirkt sich selbst auf
Thailand aus. Ob Bayern-, Dortmund- oder einfach das Nationalmannschaftstrikot,
Deutschland ist so präsent wie sicherlich nie zuvor. Dass ein Thai in Bangkok uns
mit auswendiggelernten Sätzen auf Deutsch zum Kaufen seiner Waren überreden
wollte, obwohl wir vom Aussehen genauso Briten, Franzosen, Polen oder
Skandinavier hätten sein können, sagt Einiges aus.

Bilder zum Bangkokabenteuer

06Juli2013

Kao San Road Bootstour: Buddha und Tempel  Bootstour: traditionelles Wohnviertel   Tempel Tempel Tempel Buddha

Bangkok macht mich fertig

06Juli2013

Gestern lief so ziemlich alles schief, was schieflaufen konnte.
Ich kam zum gemeinsamen Frühstück und stellte mich erstmal einer Freiwilligen
vor, von der ich dachte, sie sei in der Nacht neu dazugekommen. Dumm nur, dass
ich gestern den gesamten Abend mit ihr verbracht habe und sie am Tisch
lediglich nicht erkennen konnte, weil sie eine Brille trug. Das war peinlich.
Ich hätte dieses Fettnäpfchen als Hinweis auf den restlichen Verlauf des Tages
deuten sollen, denn es kam noch wesentlich unangenehmer.                                                                                                                                                                         Wie
bereits erwähnt, hatten wir vor, Bangkok zu besuchen. Wir packten also unsere
Sachen zusammen und machten uns mit dem Tuktuk auf den Weg zur der
Abfahrtstelle der Bangkok-Vans. Meine Laune stieg merklich, als ich erfuhr,
dass wir für die gesamte Strecke von mehr als 60 Kilometern in einem
klimatisierten Van nur umgerechnet 1,60 Euro bezahlen mussten. Da störte es
mich auch nicht, mitzubekommen, dass eine ältere Thaidame nur ungefähr die
Hälfte zu zahlen hatte. ;) Auf dem Weg auf Thailands Autobahnen jedoch war es
vorbei mit der zwischenzeitlichen Euphorie. Ein Monsun setzte ein. Ich habe
noch nie zuvor derart große Wassermassen in einer so kurzen Zeit vom Himmel
herabfallen sehen. Nach wenigen Sekunden fuhr unser Van bereits durch
knöcheltiefes Wasser. Wenn das mein erster Tag in Bangkok sein sollte, dann
konnte ich ohne Probleme darauf verzichten. Glücklicherweise war uns das Wetter
gnädig. Beim Ankommen am sogenannten „Victory Monument“ im Herzen Bangkoks,
hatte es aufgehört. Negativer Nebeneffekt: Höhere Luftfeuchtigkeit, gefühlte
zehn Grad mehr. Also planten wir, zunächst mit einem Taxi die sogenannte Kao
San Road aufzusuchen, um dort in einem geeigneten Hostel unsere Rucksäcke
abzustellen. Ich bezeichne es jetzt einfach mal als äußerst unvorteilhaft, dass
wir sechs Personen waren und nicht vier. Wir mussten uns also aufteilen. Drei
Personen pro Taxi. Super Idee, zwei Taxis, ein Ziel…  LL
Wir wollten uns dort einfach gemeinsam treffen. Nachdem die erste Gruppe
gefahren ist, fanden auch wir endlich ein Taxi, das uns für 200 Baht transportierte.
Beim Ankommen jedoch stellten wir leider fest, dass wir einander nicht mehr
wiederfinden konnten. Und weil wir alle so schlau waren, haben wir nicht daran
gedacht, Handynummern auszutauschen. Aus einer Gruppe wurden zwei. Die Kao San
Road zweimal hoch- und runtergelaufen, von unzähligen Verkäufern bedrängt, original
Dolce und Gabbana-Anzüge oder eine ganz bestimmt nicht gefälschte Rolex zu
kaufen, fanden wir uns damit ab, den Tag nun alleine zu verbringen. Unser
erster Punkt auf der Tagesordnung: Eine Bootstour durch die traditionellen
Viertel Bangkoks, vorbei an alten Tempeln, Schulen und einer großen
Buddhastatue.                                                                                                                                                              
Wir sahen uns noch auf die Schnelle
einen Tempel und seine Gartenanlagen an, fast schon Sightseeing-to-go, und
versuchten dann, unseren Heimweg zu planen. Zu dritt wollten wir doch nicht,
wie eigentlich geplant, in Bangkok übernachten, sondern lieber zurück nach
Ayutthaya. Und genau an diesem Zeitpunkt wurde es chaotisch. Die Ereigniskette
fing damit an, dass wir uns in den Kopf 
setzten, den Rückweg mit dem Zug anzutreten. Wir fragten uns also durch,
auf der Suche nach dem Bahnhof. Irgendwann wurde uns klar: Wir sind auf der
falschen Seite des Flusses. Kein Problem. Nehmen wir eine Brücke. Dieser Satz
hätte in jeder deutschen Stadt Sinn ergeben. Nein, in jeder anderen Stadt der
Welt. Aber nicht in Bangkok. Diese Stadt hat nämlich so gut wie keine Brücken!
Sowas ist doch unnötig! Ich hätte schreien können. Gigantische Hochhäuser aus
Glas und Stahl, eine Stadt, die es Architekten ermöglicht, sich mal so richtig
auszutoben… aber eben nicht an Brücken, denn derartige Bauwerke ließen sich
dort nicht finden. Also mussten wir ein Wassertaxi nehmen. Mittlerweile dunkel,
hatten wir also das Glück, das letzte Boot des Tages zu bekommen. Wir setzten
jedoch nicht einfach über ans andere Ufer, sondern fuhren auf dem Fluss bis zur
vermeintlich einzigen Brücke in dieser ansonsten brückenlosen
Millionenmetropole und wurden auf derselben Seite abgesetzt, auf der wir das
Boot auch betreten hatten!!! (???????) Versteh einer die Thais! Wir gingen also
über die Brücke und wurden, oben angekommen, für all den Stress entschädigt.
Ein Feuerwerk vor der Skyline von Bangkok. Meine Laune kletterte auf ein
Zwischenhoch. Aber glaubt mir, es sollte ein ZWISCHENhoch bleiben, denn auf der
anderen Seite des Flusses erfuhren wir, dass der Bahnhof eigentlich auf der
Seite sei, von der wir gekommen waren. Spätestens in diesem Moment begann ich,
Bangkok zu hassen. Wir reden hier nicht von kurzen Wegen, die man zurücklegen
muss. Das hier ist kein Hannover oder Bielefeld. Das ist B a n g k o k ! L Also hieß es für uns
auf eine Neues, den Fluss zu überqueren. Als wir dann endlich den Bahnhof
sahen, brachen wir in fast schon wahnsinniges Gelächter aus. Wir waren am Ziel.
Aber nein, wir reden hier von Bangkok. Das wäre zu einfach. Es stellte sich nämlich
Folgendes heraus: Es fährt kein Zug nach Ayutthaya! Keiner! Niemals!
ARRRRRRGGGHH! Die einzige Möglichkeit sei, wie uns gesagt worden ist, einer der
Vans, die wieder vom „Victory Monument“ losfahren. Wir waren zu diesem Zeitpunkt
jedoch schon 15 bis 20 Kilometer von diesem Ort entfernt. Aus diesem Grund
stellte es sich auch als Schwierigkeit heraus, einen Tuktukfahrer zu finden,
der bereit war, eine so lange Strecke mit orientierungslosen, dummen Deutschen
zu fahren. Irgendwann fanden wir einen jungen Mann, dem wir eine so lächerlich
hohe Summe vor die Nase hielten, dass er nicht „Nein“ sagen konnte. Am
„Victory Monument“ angekommen, machten wir uns sofort auf die Suche nach einem
geeigneten Van. Aufmerksamen Lesern dieses Textes wird nicht entgangen sein,
dass an diesem Tag nichts funktionierte. Nun… bleiben wir dieser Tradition doch
treu. Es fuhren keine Vans mehr. Es war zu spät. Ich, wir waren so deprimiert,
dass uns eine junge Frau ansprach, ob sie uns helfen könne. Wir erklärten unser
Problem, machten uns aber keine Hoffnung auf Lösung dessen. Wie sich jedoch
herausstellte, war sie ernsthaft daran interessiert, uns zu helfen. Sie sprach
mit einem Taxifahrer und organisierte über Freunde eines Freundes einen Fahrer
für uns. Vollkommen auf privatem Wege. Der Mann, der dann nach einiger Zeit
eintraf, war kein Taxifahrer, sondern einfach nur ein netter Thai, der
Touristen helfen wollte. Natürlich waren wir im ersten Moment froh über dieses Angebot,
aber unwohl war uns dabei trotzdem. Man macht sich dann schon so seine Gedanken.
Sollten wir einfach zu einem Wildfremden ins Auto steigen? Wir bekamen zur
Sicherheit die Nummer der jungen Dame, die wohl merkte, dass uns ziemlich
unwohl bei der Sache war. Sie fotografierte den Ausweis des Mannes, der uns
fahren sollte und verlangte, angerufen zu werden, sobald wir da sind. „Just to make sure, that you are safe!“                                                                                                                                                                          
Und dann traten wir die Fahrt
an. Jedoch erkannten wir, in Ayutthaya angekommen, unsere Straße nicht
sofort. In dem Glauben, bereits daran vorbeigefahren zu sein, sagten wir dem
Mann, der sich letztendlich doch nicht als Entführer herausgestellt hatte, dass
er anhalten solle. Wir hatten vor, zu Fuß zurückzulaufen. Gerade als wir das
Auto verlassen hatten, kam uns der Mann hinterher. Er hatte wohl die junge Frau
angerufen und ihr gesagt, dass er uns nicht zu der angegebenen Adresse gefahren,
sondern uns vorher rausgelassen habe. Er rannte auf uns zu und drückte mir sein
Handy in die Hand. Nun musste ich der scheinbar wirklich besorgten Frau erstmal
verständlich machen, dass wir den Rest des Weges allein bewältigen können und
es uns gut gehe. Wir verabschiedeten uns also von dem Mann und suchten unsere
Straße. Wie uns jedoch bald bewusst wurde, waren wir weiter davon entfernt, als
wir gedacht hätten. Wir suchten uns also ein Tuktuk und ließen uns chauffieren.
Die Freude und Erleichterung war groß, als wir gegen zwölf Uhr nachts vor
unserem Hoftor standen und es endlich geschafft hatten.                                                                                                                                                                    Dieses
Durcheinander werde ich wohl nie vergessen!



 

Bilder des ersten Tages

04Juli2013

Straße vor der Haustür Straße vor der Hintertür Innenhof Tuktuk Scharfes Essen am Straßenstand Unterkunft

Die ersten Bilder

Der große erste Tag in Thailand!

04Juli2013

Endlich sank das Flugzeug unter die Wolken und ich sah zum
ersten Mal in meinem Leben Bangkok. Eine Betonwüste. Weit und breit nichts als
Beton, grauer Stahl und Glas. Die mit Abstand größte Stadt, die ich je gesehen
habe, eingehüllt in eine große Smogblase. Ein majestätisch hässlicher Anblick.
Eines steht fest: Ich werde auf dem Rückflug nicht aus dem Fenster schauen, bis
wir wieder über den Wolken sind.                                                                             
Nachdem ich den üblichen Papierkram erledigt hatte, der komischerweise noch notwendig war, um mit meinem Visum in der Hand auschecken zu können, machte ich mich auf die Suche nach der
Person, die mich vom Flughafen abholen sollte. Als ob ich es nicht gewusst
hätte, fand ich keinen Zettel in der Hand eines unbekannten Thailänders, auf
dem mein Name stand. Also hieß es, den Flughafen von Gate 1 bis Gate 10 nach
meinem lebenswichtigen Retter zu durchforsten. Dazu hatte ich natürlich genauso
wenig Lust wie mein Reisebegleiter Max. Kurzerhand griffen wir zur
Notfallnummer und ließen das Ganze regeln.                                                                                                                                                             
Nach etwa einer Stunde Fahrt, die uns aus
Bangkok herausbrachte, kamen wir in Ayutthaya an. Glücklicherweise stellte sich
unsere Unterkunft als ein Haus heraus und nicht als eine Hütte, in der man
neben einer Kuh schlafen muss ;) Sogar eine Klimaanlage haben wir auf dem
Zimmer. Einfach nur himmlisch. Bei der Vorstellung, nicht die Möglichkeit zu
haben, sich an einen kühlen Ort zurückziehen zu können, bucht sich mein
Rückflug schon von ganz alleine. ;)                                                                
Und dann musste erstmal geschlafen werden, schließlich hatten wir schon
Pläne für den Abend.                         
Nach dem Abendessen machten wir uns mit
einigen anderen Praktikanten auf den Weg in die Innenstadt von Ayutthaya,
landestypisch mit einem originalen Tuktuk. Und zum Abschluss des Abends habe
ich das getan, wovon mir von allen Seiten abgeraten worden ist. „Iss bloß nicht
an einem Straßenstand. Geh lieber in ein richtiges Restaurant, die legen
hoffentlich mehr Wert auf eine ununterbrochene Kühlkette!“ Aber es war wirklich
lecker, jedoch auch unglaublich scharf. Ich hörte mich in den Minuten danach
an, als sei meine Zunge geschwollen...

Ich bin also krass kulturgeschockt, in so ziemlich jeder
Hinsicht. Dreck und Müll an jeder zweiten Ecke (in Deutschland gibt es eine
Müllabfuhr), Abgase, die einem Tränen in die Augen treiben (bei uns gibt es die
Grüne Plakette), Straßenhunde (in Deutschland ein Fall für das Tierheim) und
viel Armut. Menschen leben zum Teil in Hütten, die wir in Deutschland in dem
Zustand nicht mal in unseren Garten stellen würden, um Arbeitsgeräte
aufzubewahren. Da bleibt mir wohl nichts Anderes übrig, als es als ein
Abenteuer zu begreifen. Und das tue ich auch. Mein Thailand-Abenteuer!


Der Plan für morgen: Einen Tag und eine Nacht in Bangkok! Keine
Angst, ich verspüre nicht den inneren Drang, Hangover 2 nachzuspielen!

Der Beginn meiner Reise - Der Flug nach Paris

03Juli2013

Mein Wecker klingelte um 3 Uhr morgens. Natürlich habe ich
ihn dezent überhört und bin erst aufgestanden, als mich Mama um 4 Uhr geweckt
hat. Definitiv ein Service, den ich in Thailand vermissen werde. Mit
flauem Magen, unfähig, auch nur das Geringste zu essen, machten wir uns auf den
Weg zum Flughafen. Am richtigen Gate angekommen, wurde ich langsam ruhiger und
stellte mir zum ersten Mal vor Reisebeginn vor, im Flugzeug zu sitzen, Croissant
zu essen und meinen Blick in die Ferne zu schicken. Mein Puls normalisierte
sich. Dieser angenehme Zustand hielt jedoch bedauerlicherweise nicht lange an.
Ich spürte mein Herz schon wie wild schlagen, bevor ich überhaupt realisierte,
was die nette Frau am Check-in-Schalter sagte: „Ja das tut mir leid, aber Ihre
Reiseagentur hat einen Fehler gemacht. Sie hätten das Ticket so gar nicht
bekommen dürfen!“ Mir gingen sämtliche Schimpfwörter durch den Kopf, die ich
jetzt am liebsten losgeworden wäre. Stattdessen brachte ich nur ein gequält verwirrtes
„Was?“ heraus. Sekunden der Stille vergingen. Ich wollte schon wieder umkehren,
als sie sagte: ,,Aber das ist gar kein Problem, füllen Sie einfach dieses
Formular aus!“ Was??? Hätte sie mir das nicht früher sagen können? Nein, jage
ich dem blonden Dummchen erst ein bisschen Schiss ein, kann er mal vertragen,
so wie der aussieht. :)               
Einchecken war also doch kein Problem. Als das erledigt war, kam nun die Zeit des Abschieds.
Zwei Monate können so lange erscheinen, wenn man sie vor sich hat.                                   

Der Flug nach Paris ging schneller, als ich es erwartet
hätte. Kaum verschwand Deutschland, war Frankreich auch schon da. Mit hängenden
Köpfen verließen wir das Flugzeug, weil wir wussten: Jetzt heißt es, sechs
Stunden auf das Flugzeug nach Bangkok warten! Jetzt
habe ich schon einige Stunden hinter mich gebracht und muss ganz ehrlich sagen:
„Ich könnte den Rest meines Lebens hier verbringen.“ Als Passagier von
Airfrance hat man die Möglichkeit, die Airfrancelounge zu nutzen. Und das
heißt: Wlan, ein kleines Buffet mit Kuchen, Croissants, undefinierbaren
Fleischsorten, Salaten und Getränken, sogar Champagner… und das alles umsonst.
Eine wirklich freundliche Angestellte hat sich sogar mit ihrer Kollegin über
mich lustig gemacht, als ich sie gefragt habe, wo ich den bezahlen müsse.
„Haha, der dumme Deutsche will uns auch noch Geld dafür geben!“ ;) (Nein, das
hat sie nicht gesagt). Und jetzt liege ich hier ernsthaft am Flughafen in Paris
und bin am Schreiben. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. „Liegen“
und „Flughafen“ in einem Satz. Ich denke, da ist eine saftige Liebeserklärung
an Airfrance fällig!                               


Airfrance, je t´aime     :*



 

Countdown

02Juli2013

Noch einen Tag! 24 Stunden oder 1440 Minuten, bis ich in den Flieger
steige und nach Westen Richtung Paris abhebe, um von dort aus die Reise ins
Abenteuer meines Lebens zu starten. Das Ziel: Kein geringeres als Bangkok,
Schauplatz von Hangover 2, Heimat der Ladyboys, Mekka des scharfen Essens und
ganz nebenbei Hauptstadt von Thailand.

In den letzten Tagen bin ich mehr als nur einmal pro Stunde meine
vorbildlich gefertigte To-do-list durchgegangen und habe mir eigentlich immer
wieder klar gemacht, dass ich alles Notwendige schon seit Wochen erledigt habe
und nur noch warten muss, bis der 3.7. endlich vor der Tür steht. Kaum zu
glauben, dass ich bei all der akribischen Vorbereitung und euphorischen
Vorfreude meinen Abiball nur noch als kleines Ereignis wahrgenommen habe, das es
zu überstehen galt, bevor ich Mamas Schnitzel und Spätzle für zwei Monate gegen
Speisen eintausche, die ich jetzt noch nicht mal aussprechen kann.

Also. Visum, gecheckt. Mastercard, gecheckt. Meine kleine
und portable Reiseapotheke, gecheckt. Impfung, gecheckt.

Ich scheine also wirklich alles beisammen zu haben. Und wenn
man sich dann kurz hinsetzt, einen Moment zur Ruhe kommt, dann beginnt meine
Fantasie sofort, sich die verrücktesten Geschichten auszudenken, nur um mich verrückt
zu machen. Angst davor, den Koffer zu verlieren, Heimweh, peinliche
Konversationsschwierigkeiten. Aber macht nicht genau das den Reiz des Neuen
aus? Zugegebenermaßen übt der potenzielle Verlust meines Koffers keinen Reiz
auf mich aus. Aber die ein oder anderen Ängste, die ich noch habe, werden sich
sicherlich als die Hürden herausstellen, die ich überwinden muss, um später
sagen zu  können: „Das war eine
Erfahrung, die ich nie vergessen werde!“  

Bald geht´s los

02Juli2013



Am dritten Juli 2013 werde ich meine Reise ins Ungewisse
starten. Zwei Monate Thailand pur liegen vor mir. Unbekannte Städte, fremde
Menschen, viel zu scharfes Essen.                                                                                       
In der kleinen Stadt Ayutthaya, etwa 60 Kilometer von Bangkok entfernt,
werde ich Kindern in einer Schule Englisch beibringen. Auf welchem Niveau sie
diese Sprache bereits beherrschen, weiß ich nicht, was das ganze Unterfangen
noch wesentlich interessanter macht. Nachher sprechen sie besser als ich und
ich werde von ihnen unterrichtet ;) „Reise ins Ungewisse“ trifft es also
ziemlich genau. Und um mal kurz einen Crashkurs in puncto emotionales Befinden
zu geben: Je näher mein Abflugtag rückt, desto verwirrender wird der
Gefühlsbrei, den ich mir vorsetze. Vorfreude wurde zu Aufregung und Aufregung
zu Angst. Und diese Angst verwirrt mich, weil ich weiß, ich müsste mich
eigentlich freuen und das tue ich auch irgendwie, aber so einfach ist das dann
doch nicht und… ihr seht, es herrscht ein ziemliches Durcheinander in meinem
Kopf.                                                                                         
Klar ist: Ich werde in so ziemlich jeder Hinsicht an meine Grenzen
stoßen. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen, nicht von Minithailändern,
nicht von großen Thailändern, nicht von Bangkok, nicht von den 8700 Kilometern,
die mich von meiner Familie und meinen Freunden trennen und nicht von Gerichten
mit viel zu hohen Scoville-Werten ;)

Bald geht es los

01Juli2013

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.